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Technische Zins

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Der technische Zins oder technische Zinssatz gibt die Einschätzung der erwarteten, langfristig erzielbaren Rendite auf dem Vorsorgevermögen wieder. Der technische Zins ist eine Rechengrösse deiner Pensionskasse, um künftige Leistungen und Beiträge in heutigen Werten auszudrücken. Er gibt also die Renditeerwartung der Kasse auf das Vorsorgevermögen wieder. So beantwortet er die Frage „wie hoch kann das für die künftigen Rentenzahlungen vorhandene Vermögen in Zukunft verzinst werden?“ 

Setzt die Kasse den technischen Zins „hoch“ an, rechnet sie sich und den Deckungsgrad zu schön. Dies bedeutet, dass der Deckungsgrad höher ist als bei einem tieferen technischen Zins. Je tiefer der technische Zinssatz, desto vorsichtiger rechnet die Kasse. Entsprechend muss sie bei einem tieferen technischen Zins schon heute mehr Rückstellungen für die zukünftigen Vorsorgeverpflichtungen bilden.

Darum sind zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen in den letzten Jahren im Zuge des sinkenden Zinsniveaus dazu übergegangen, den technischen Zins zu reduzieren. Der Trend im technischen Zins geht zu unter 2%. Gemäss aktuellen Daten haben bereits 32 Prozent der privaten und 24 Prozent der öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen einen technischen Zins unter 2%.  

Der technische Zins hat übrigens nichts mit dem Mindestzins oder der effektiven Verzinsung der Altersguthaben zu tun.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Altersguthaben

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Das Altersguthaben ist dein angesammeltes Kapital auf dem “Pensionskassenkonto” deiner Vorsorgeeinrichtung. Je nach Pensionskasse nennt sie dies auch AGH, Sparguthaben, Vorsorgeguthaben, Austrittsleistung oder ähnlich.

Es entsteht aus vier Bausteinen. Erstens, deinen monatlichen Altersgutschriften (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge), zweitens den Zinserträgen, drittens den eingebrachten Freizügigkeitsleistungen und viertens freiwilligen Einkäufen. Die Höhe deines Altersguthabens hängt also davon ab, wie viel du und dein(e) Arbeitgeber insgesamt einzahlen und wie viel deine Pensionskasse darauf als Ertrag erzielt. Auf deinem Pensionskassenauszug findest du die Informationen, wie viel dein Altersguthaben im letzten Jahr gestiegen ist. Denn Jahr für Jahr kommen neue Altersgutschriften sowie die Verzinsung deines bereits vorhandenen Kapitals dazu. Deshalb steigt dein Rentenanspruch auch jedes Jahr. Denn aus dem Altersguthaben kannst du mit dem Umwandlungssatz deine künftige Rente ermitteln: (Umwandlungsatz x Altersguthaben = Altersrente).

Wie du später im Alter dein Altersguthaben beziehen kannst, regelt die Pensionskasse. Entweder darfst du es aufs Mal als Kapital beziehen, oder umgewandelt in eine lebenslange Rente oder als eine Mischung daraus. Auf jeden Fall darfst du gemäss Gesetz mindestens ¼ als Kapital beziehen. 

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich über dein vermutlich grösstes Finanzvermögen informieren.

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Altersgutschriften

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Altersgutschriften sind alle Sparbeiträge, die du und dein(e) Arbeitgeber in deine berufliche Vorsorge eingezahlt haben. Also, Gutschrift ist hier eine nette Umschreibung für den monatlichen Zwangsbeitrag, den du in deine 2. Säule einzahlst. Und die Höhe der Altersgutschriften nimmt dann mit deinem Alter noch zu, denn sie berechnet sich als Prozentsatz deines versicherten Lohns. Immerhin muss der Arbeitgeber nach Gesetz mindestens die Hälfte (50%) des Beitrags tragen, die andere Hälfte behält er von deinem Lohn ein. Beides überweist er anschliessend der Vorsorgeeinrichtung.

Alter Gutschriftensatz in % des versicherten Lohns
25–347
35–44 10
45–5415
ab 5518

Schauen wir uns den Effekt der altersabhängigen Gutschriften an einem Rechenbeispiel des 25-jährigen Renzo an. Falls Renzo bis zum ordentlichen Pensionsalter berufstätig bleibt, wird er ohne Berücksichtigung von Zins und Zinseszins ein Altersguthaben von 500 % des versicherten Lohns erreichen. Denn das Altersguthaben setzt sich aus 10 Jahren * 7 % Altersgutschriften + 10 Jahren * 10 % + 10 Jahren * 15 % + 10 Jahren * 18 % Altersgutschriften zusammen. Also kannst du dir merken: die letzten 10 Jahre sorgen für rund ⅓ der Altersgutschriften deines Altersguthabens. Deshalb ist eine Frühpensionierung eine vergleichsweise “teure Sache”, da dein Arbeitgeber davon ja mindestens die Hälfte zahlt.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich über die geplanten Reformen im Vorsorgesystem informieren, in denen eine Anpassung der Altersgutschriften zur Diskussion steht, oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Koordinationsabzug

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Der Koordinationsabzug entspricht dem Teil deines AHV-pflichtigen Einkommens, auf den du in der beruflichen Vorsorge keinen Beitrag bezahlst. Er beträgt ⅞ der maximalen einfachen AHV-Jahresrente, also 24’885 Franken (Stand 2020).  Den Koordinationsabzug nutzt die Pensionskasse, um den bei ihr versicherten Lohn im Obligatorium zu berechnen. Der versicherten Lohn (auch koordinierter Lohn genannt) ist eine der 4 wichtigen Grössen, die die Höhe deiner künftigen Rente bestimmen. Dazu zieht sie von deinem jährlichen Bruttolohn den Koordinationsabzug ab. Denn nur auf dem versicherten Lohn musst du die BVG-Beiträge bezahlen. Der Abzug vermeidet also doppelte Beiträge für die Altersvorsorge.

Falls du nur zwischen 75% und 100% der AHV-Einzelrente als Jahreslohn bekommst (also zwischen 21’330 und 28’440 Franken pro Jahr, Stand 2020), versichert dich die Pensionskasse mit dem BVG-Mindestlohn von 3’555 Franken. Ansonsten kannst du dir merken, dass Jahreslohn minus Koordinationsabzug deinen versicherten Lohn ergeben.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Umwandlungssatz

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Der Umwandlungssatz (auch UWS) ist ein Prozentsatz, mit dem du aus dem Altersguthaben deine jährliche lebenslange Rente berechnen kannst.  Genauer gesagt handelt es sich um einen Mindestumwandlungssatz. Dieser schreibt vor, wie das Altersguthaben bei Rentenbeginn in der obligatorischen beruflichen Vorsorge (Obligatorium) in eine Rente umgerechnet wird. Derzeit (Stand 2020) beträgt dieser für Frauen und Männer enheitlich 6.8 Prozent. Der Satz soll schon seit Jahren im Rahmen geplanter Reformen gesenkt werden, was deutliche Konsequenzen für dich haben wird. Schauen wir uns dies an einem Beispiel an. Bei einem Umwandlungssatz von 6.8 Prozent bekommst du pro 100’000 Franken Altersguthaben pro Jahr lebenslang eine Rente von 6’800 Franken (=100’000 * 0.068).

Im Überobligatorium schreibt das Gesetz für die Berufliche Vorsorge in Art. 14 Abs. 2 keinen Umwandlungssatz vor. Deshalb liegt dieser in aller Regel deutlich tiefer als im obligatorischen Vorsorgevermögen. Viele Pensionskassen weisen nur einen Zins und einen Satz aus. Man spricht dann von einem umhüllenden Umwandlungssatz. Aber keine Sorge, auch dann bekommst du auf dem obligatorischen Anteil deines Vermögens den gesetzlichen Mindestzins und den Mindestumwandlungssatz.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich beim Bundesamt für Sozialversicherungen informieren oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Mindestzins

Lesedauer < 1 MinuteDer Mindestzins ist der Zins, mit dem eine Pensionskasse das BVG-Altersguthaben im jeweiligen Jahr mindestens verzinsen muss. Dieser Zins wird jährlich vom Bundesrat neu festgelegt. Dabei berücksichtigt er die Renditeentwicklung verschiedener Wertanlagen wie Bundesobligationen, Anleihen, Aktien und Liegenschaften.

Auf den BVG-Teil deines Vorsorgevermögens muss dir die Vorsorgeeinrichtung jedes Jahr mindestens den Mindestzins gutschreiben. Sie darf auch einen höheren Zinssatz anwenden. Selbst wenn sie mit ihren Anlagen keine Rendite in Höhe des Mindestzinses erreicht, muss sie diesen deinem Vorsorgevermögen gutschreiben. Lediglich wenn sich die Kasse in Unterdeckung befindet, darf sie als Teil eines Gesamtkonzepts zur Sanierung und sofern andere Massnahmen nicht zum Ziel führen den Mindestzins für längstens 5 Jahre aussetzen. Für Altersguthaben im Überobligatorium legt nicht der Bundesrat, sondern die Pensionskasse die jährliche Verzinsung fest. 

Jahr BVG-Mindestzinssatz (in Prozent)
1985–2002 4,00
2003  3,25
2004 2,25
2005–2007 2,50
2008  2,75
2009–2011 2,00
2012–2013 1,50 
2014–2015 1,75
2016  1,25 
2017–2020 1,00

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich über die Änderungen im Vorsorgesystem 2020 informieren oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Überobligatorium / überobligatorische Leistungen

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Überobligatorium – das sind Leistungen einer Vorsorgeeinrichtung, die über die gesetzlichen Mindestleistungen in der beruflichen Vorsorge hinausgehen. Während das Obligatorium also den BVG-Pflichtleistungsumfang umfasst, sind die überobligatorischen Leistungen ein Extra. 

Doch bevor du jetzt anfängst zu feiern: das macht die Pensionskasse nicht einfach so. Wenn sie überobligatorische Leistungen anbietet, erhebt sie dafür auch Beiträge. Und zwar fallen für das Überobligatorium Beiträge auf denjenigen Teil deines Einkommens an, der über die BVG-Obergrenze hinausgeht. Derzeit (Stand 2020) liegt diese Obergrenze bei 85 320 Franken pro Jahr. Mit welchem Umwandlungssatz sie dein überobligatorisches Vorsorgevermögen in eine Rente umrechnet und wie sie dies verzinst – das darf sie selbst frei entscheiden.   

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich beim Bundesamt für Sozialversicherungen informieren oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Steuerprogression

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Steuerprogression bedeutet, dass für höhere Einkommen und Vermögen ein höherer Steuersatz gilt als für tiefere Einkommen.

Die Schweiz und die meisten anderen Ländern verwenden progressive Steuersätze. In der Schweiz kennen nur die Kantone Obwalden und Uri eine Flatrate-Tax. Dann ist der Steuersatz unabhängig vom Einkommen gleich hoch.

Steuerprogression bedeutet, dass auf 1’000 Franken zusätzliches Einkommen oder Vermögen mehr Steuern anfallen als bei den vorherigen 1’000 Franken. Oder:  je mehr du verdienst, desto höher ist dein Steuersatz (auch „Steuerfuss“ genannt). Darum steigt auch der Steueranteil an deinem Einkommen bzw. Vermögen. Der auf die letzten 100 Franken anwendbare Satz heisst Grenzsteuersatz. Dieser Grenzsteuersatz liegt viel höher als der Durchschnittssteuersatz. Je höher also dein Einkommen und Vermögen ist, umso stärker wirken sich steuersenkende Massnahmen wie ein beispielsweise eine Einzahlung in die Säule 3a oder ein Einkauf in die Pensionskasse aus.

Schauen wir uns den Effekt von Steuerprogression und Grenzsteuersatz an einem Beispiel an. Bei einem Stadtberner Single (35) ohne Vermögen mit einem Bruttoeinkommen von 78’000 Franken liegt der Durchschnittssteuersatz bei 15.5%. Sein Grenzsteuersatz liegt jedoch bei 26.9%. In diesem Fall schlägt eine Reduktion des Einkommens um 1’000 Franken nur mit rund 730 Franken aufs Portemonnaie (=1’000 – 0.269*1000). Wie wirkt sich ein Einkauf von 1000,- in die Säule 3a für den Berners aus? Der Einkauf belastet das Haushaltsbudget des Singles nur mit 730 Franken. Denn durch den um 1’000 Franken höheren Steuerabzug sinkt sein zu versteuerndes Einkommen um 1’000 Franken und es fallen 270 Franken weniger Steuern an.

Die Steuerprogression und deinen persönlichen Grenzsteuersatz kannst du ganz einfach mit diesem Grenzsteuersatz-Rechner ermitteln.

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Fehljahre / Jugendjahre

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Was sind Fehljahre?

Fehljahre sind Jahre im beitragspflichtigen AHV-Zeitraum, in denen dein Konto Beitragslücken hat. Denn wie viel Rente du aus der AHV künftig einmal bekommst, hängt davon ab, wie viel Beiträge du wie lange eingezahlt hast. Fehljahre sind Jahre, in denen auf dein individuelles AHV-Konto keine Beiträge eingezahlt wurden. Die Beitragszahlung übernimmt dein Arbeitgeber, wenn du angestellt bist oder du zahlst als Selbständiger selbst ein. In den Jahren ohne Beiträge weist dein Beitragskonto also Lücken auf – es fehlen Jahre.

Was sind Jugendjahre?

Grundsätzlich muss jeder in der Schweiz AHV-Beiträge zahlen: Als Arbeitnehmer ab dem 1. Januar nach Vollendung deines 17. Altersjahrs AHV-Beiträge, als Nichterwerbstätiger ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs. Diese 3 Jahre nennt man Jugendjahre.

Eine volle Rente setzt unter anderem voraus, dass du von da an bis zum ordentlichen Rentenalter jährlich Beiträge gezahlt hast. Oder für einzelne Jahre Erziehungs-/Betreuungsgutschriften angefallen sind. Oder dein (Ehe-)Partner mindestens den doppelten AHV-Mindestbetrag einbezahlt hat, falls du selbst nicht eingezahlt hast. Als Mann musst du also derzeit mindestens 44 Jahre Beitragsjahre aufweisen können: Rentenalter 65-21 = 44. Fehlen dir Beitragsjahre ab 21 Jahren, kannst du Fehljahre mit bis zu 3 Jugendjahren ausgleichen.

Wie können Fehljahre entstehen?

Wenn du beispielsweise erst mit 21 anfängst zu arbeiten, länger an der Uni studierst oder ein Teilzeitpensum hast entstehen Fehljahre. Oder wenn du dir im Ausland ein Sabbatical/Auszeit gönnst oder allein erziehend und nicht berufstätig Kinder erziehst, während dein Freund fürs Haushaltseinkommen sorgt, fallen ebenfalls Fehljahre an. Es kann auch sein, dass es Unregelmässigkeiten bei deinem Arbeitgeber gibt und er dir die Beiträge zwar vom Lohn abgezogen hat, diese aber nicht bei der AHV angekommen sind. Oder du aus einem anderen Land in die Schweiz eingewandert bist und deshalb jahrelang nicht in die AHV eingezahlt hast. Da die Altersrente pro fehlendes Beitragsjahr lebenslang um etwa 2,3 Prozent gekürzt wird, solltest du Fehljahre nach Möglichkeit vermeiden. Als Faustregel gilt, dass du pro Fehljahr (bezogen auf die individuelle AHV-Maximalrente 2019) jeden Monat rund 55 CHF weniger Rente bekommst.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dir bei der AHV noch mehr zu Fehljahren und Beitragslücken anschauen oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Vorbezug für Wohneigentum (WEF) / Wohneigentumsförderung

Lesedauer < 1 MinuteEin Vorbezug für Wohneigentum (WEF) ist “Kohle hole” aus der Pensionskasse oder Säule 3a vor dem Rentenalter in definierten Fällen.

Vorbezug für Wohneigentum (WEF) heisst, dass du dein Vorsorgevermögen vor der Pensionierung nutzt, um selbstgenutztes Wohneigentum zu finanzieren. Dazu kannst du Mittel ganz oder teilweise auszahlen lassen oder verpfänden. “Alles geht”: du darfst Mittel aus allen Quellen nutzen. Egal ob sie aus der obligatorischen, der überobligatorischen beruflichen Vorsorge, aus Freizügigkeitspolicen oder Freizügigkeitskonti oder der Säule 3a kommen. 

Der Zweck vom Vorbezug für Wohneigentum (WEF) ist gesetzlich auch ziemlich breit gefasst: du darfst dein Vorsorgevermögen nutzen, um Wohneigentum zu kaufen oder zu erstellen, auszubauen, umzubauen und bestehende Hypotheken zu tilgen. Oder du kannst Anteilscheine von Wohnbaugenossenschaften oder ähnlichen Beteiligungen kaufen. Nur selbstgenutzt am Wohnsitz muss das Wohneigentum sein, es darf nicht die schicke Ferienwohnung in den Bergen sein. 

Wie viel du vorbeziehen darfst hängt von deinem Alter ab (jünger / älter als 50). Und der ausgerichtete Vorbezug kürzt selbstverständlich die Höhe deiner künftigen Vorsorgeleistungen.  Wenn du Geld für Umbau- und Renovierungsarbeiten vorbeziehen willst und die Arbeiten selbst machst, ist das ein wenig mühsam. Denn erstens darfst du damit nur die Materialkosten bezahlen, nicht aber deine geleistete Arbeit, und zweitens zahlt deine Kasse oder Vorsorgestiftung Rechnungen nur direkt an die Materiallieferanten.

Unser Tipp: Darum ist es oft ratsam, keinen Vorbezug für Wohneigentum (WEF) zu machen, sondern dein Guthaben zu verpfänden. Denn dann sinkt der Vorsorgeschutz nicht. Nur wenn du deine Hypotheken nicht bedienen kannst und die Bank ihr Pfand verwerten will, ist auch dein Vorsorgeschutz in Höhe des verpfändeten Kapitals weg. Aber soweit soll es ja nicht kommen.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du noch mehr zur Umsetzung bei einer der grössten Pensionskassen anschauen oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Unterdeckung

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Unterdeckung ist eine prekäre Situation, in der das Pensionskassen-Vermögen nicht für alle heutigen und künftigen Verpflichtungen reicht

Eine Vorsorgeeinrichtung muss stets in der Lage sein, ihre eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Eine einfache Kennzahl drückt dies aus: der Deckungsgrad. Er zeigt das Verhältnis zwischen dem Vermögen und den Verpflichtungen einer Vorsorgeeinrichtung.

Eine Unterdeckung besteht dann, wenn am Stichtag das verfügbare Vorsorgevermögen kleiner ist als das versicherungstechnisch notwendige Vorsorgekapital. Oder einfacher gesagt: der Deckungsgrad kleiner 100% ist. Oder noch einfacher: die Kasse hat aktuell nicht genug Vermögen, um neben den laufenden auch alle künftigen Versicherungszusagen vollständig zu bezahlen. Eine vorübergehende Unterdeckung ist zulässig, wenn deine Kasse ihre laufenden Verpflichtungen erfüllt. Um eine andauernde Unterdeckung zu beheben, muss die Kasse nach BVG Sanierungsmassnahmen einleiten. Das sind zeitlich befristete Massnahmen um die Unterdeckung in einer Frist von fünf bis sieben Jahren zu beheben. Solche Massnahmen werden in der Regel dann eingeleitet, wenn der Deckungsgrad unter 90 Prozent sinkt. Es ist zum Beispiel möglich die Anlagestrategie anzupassen, die Finanzierung anzupassen, künftige Leistungen zu reduzieren, den Umwandlungssatz zu senken, den Zins auf Altersguthaben zu senken oder den Arbeitgeber zu Sondereinlagen bewegen. Auch dürfen schliesslich Sanierungsbeiträge von den Versicherten  erhoben werden, wenn andere Massnahmen nicht zum Ziel führen. Erst wenn Sanierungsbeiträge von den Versicherten erhoben werden, führt die Unterdeckung der Kasse zu höheren Abzügen vom Lohn. 

Mehr dazu findest du beim Bundesamt für Sozialversicherungen.

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Deckungsgrad

Lesedauer < 1 MinuteEine Pensionskasse muss jederzeit ihre eingegangenen Verpflichtungen decken können. Ob ihr das gelingt, sagt eine einfache Kennzahl aus: der Deckungsgrad. Er zeigt das Verhältnis aus dem Wert des Vermögen und den Verpflichtungen einer Pensionskasse

Das Verhältnis wird gebildet zwischen 

  • dem Wert des Vorsorgevermögens aller Versicherten (also: wieviel angelegtes Vermögen hat die Kasse?) und
  • und dem erforderlichen Betrag, den die Kasse für ihre künftigen Zahlungen an aktiv Versicherte und Rentner leisten muss.  

 

Zum Beispiel weist ein Deckungsgrad von 105 % eine Wertschwankungsreserve in Höhe von 5% auf. Liegt er unter 100 %, besteht eine so genannten Unterdeckung. Dann hat die Pensionskasse nicht genügend Geld, um alle aktuellen und künftigen Verpflichtungen mit Vermögenswerten zu decken.

Die Höhe des Deckungsgrads hängt vom so genannten technischen Zinssatz ab, den die Vorsorgeeinrichtung anwendet. Der technische Zinssatz ist eine reine Rechengrösse. Damit werden die künftig fälligen Zahlungen auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst. Eine Senkung des technischen Zinssatzes führt daher zu einem tieferen Deckungsgrad.

Beim Vergleich zweier Pensionskassen mit vergleichbaren Deckungsgrad ist daher diejenige besser, die den tieferen technischen Zinssatz anwendet. Als Faustregel gilt: 0,5 Prozent Unterschied im technischen Zinssatz machen 5% Unterschied im Deckungsgrad aus. Die besten Pensionskassen haben bei 2% technischen Zins einen Deckungsgrad von 115 bis 120%.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du noch mehr zu verschiedenen Ausprägungen lesen oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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Obligatorium

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Das Obligatorium sind Mindestleistungen, die du aus der 2. Säule bekommst

Seit 1985 gilt das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Das BVG soll die AHV-Leistungen so ergänzen, dass du deine gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise fortsetzen kannst. Das BVG unterscheidet einerseits obligatorisch und freiwillig Versicherte, andererseits Arbeitnehmer und Selbstständige. Primär zielt das BVG auf Arbeitnehmer, es schliesst seit 1997 auch Arbeitslose ein. Es beschreibt in welchen Fällen sie sich zwangsweise versichern, also Pflichtbeiträge leisten müssen. Und was sie dafür bekommen – das Obligatorium.

Wann muss ich BVG-Beiträge leisten?

Das ist der Fall, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind. Erstens, du hast einen Arbeitsvertrag und bist bei der AHV/IV versichert. Zweitens, du bist zwischen 18 Jahre und hast das ordentliche Rentenalter noch nicht erreicht (64 / 65 Jahren Frau / Mann, Stand 2020). Drittens, dein jährlicher Lohn liegt über der sogenannten Eintrittsschwelle. Dann muss dein Arbeitgeber Beiträge von deinem Lohn an die Pensionskasse abführen. Die Höhe von Eintrittsschwelle und BVG-Versicherungsgrenze hängen von der AHV-Maximalrente ab. Die AHV-Maximalrente und die davon abgeleiteten Grenzbeträge werden alle 2 Jahre überprüft. Für deine BVG-Beiträge bekommst du das so genannte Obligatorium.

Obligatorium als Gegenleistung für die BVG-Beiträge

Das Obligatorium sind Mindestleistungen für Altersrente, bei Tod und bei Invalidität. Selbständige können sich freiwillig in der beruflichen Vorsorge versichern. Dazu schliessen sie sich einer entsprechenden Vorsorgeeinrichtung oder der Stiftung Auffangeinrichtung an und bezahlen dort Beiträge. Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du dich beim Bundesamt für Sozialversicherungen informieren oder den Beitrag zur „Vorsorgesprache“ lesen.

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AHV

Lesedauer < 1 MinuteAHV steht für Alters- und Hinterlassenenversicherung.

Die AHV ist der Grundpfeiler der Alters- und Hinterlassenenvorsorge in der Schweiz. Sie wird darum auch 1. Säule genannt. Die AHV soll den Existenzbedarf im Alter oder im Todesfall decken. Als Volksversicherung ist die AHV für alle Einwohner obligatorisch, egal ob du erwerbstätig bist oder nicht. Beiträge bezahlst du bis zum ordentlichen Rentenalter, und zwar ab dem 18. Geburtstag (falls du arbeitest) oder ab dem 20. Geburtstag (wenn du nicht arbeitest).

Viele Fragen beantwortet das Bundesamt für Sozialversicherungen  

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Freizügigkeitsleistung / Freizügigkeitskonto

Lesedauer 3 Minuten

Geld, das dir zusteht, wenn du aus einer Vorsorgeeinrichtung austrittst bevor ein Leistungsfall eintritt

Die Freizügigkeitsleistung wird auch Austrittsleistung oder  Freizügigkeitsgeld genannt. Sie ist im Freizügigkeitsgesetz (“Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge”) festgelegt. An dieses Gesetz müssen sich alle Vorsorgeeinrichtungen halten. Die Freizügigkeitsleistung ist das Kapital, das du beim Austritt aus deiner Vorsorgeeinrichtung vor Eintritt eines Leistungsfalls (Pensionierung, Tod, Invalidität) bekommst.  

Wie hoch fällt die Freizügigkeitsleistung aus?

Die Höhe der Freizügigkeitsleistung hängt von einer Vergleichsrechnung ab. Deine Pensionskasse berechnet das automatisch. Du bekommst den grössten von drei Beiträgen: 

  • dem gesetzlichen Mindestbetrag, 
  • dem BVG-Altersguthaben oder 
  • die im Vorsorgereglement deiner Pensionskasse bestimmte Freizügigkeitsleistung.

Das Freizügigkeitsgesetz hat das Ziel, dass deine Vorsorge auch bei einem Arbeitgeberwechsel oder Rückzug aus dem Erwerbsleben vor dem Rentenalter erhalten bleibt. Deshalb muss dein Arbeitgeber bei einem Stellenwechsel die gesamte Freizügigkeitsleistung (obligatorischer und überobligatorischer Teil) grundsätzlich an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers überweisen. Darum musst du deiner bisherigen Vorsorgeeinrichtung sagen, wohin sie die Austrittsleistung überweisen soll. Wenn du es nicht tust oder es dort vergessen geht, überweist sie deine Austrittsleistung nach spätestens 2 Jahren an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG

Was ist das Freizügigkeitskonto?

Falls du (noch) keine neue Vorsorgeeinrichtung hast, geht deine Austrittsleistung auf ein von dir benanntes, besonderes Konto: das Freizügigkeitskonto. Dies lautet auf deinen Namen und wird von einer Freizügigkeitsstiftung geführt, die das Geld für dich “parkt” bis du einen neuen Arbeitgeber hast oder das Rentenalter erreichst und dann dein Freizügigkeitsgeld beziehen kannst. Es ist sozusagen ein “gesperrtes Pensionskassenguthaben”. 

Was ist die Freizügigkeitspolice?

Statt auf ein Freizügigkeitskonto kannst du deine Freizügigkeitsleistung auch auf eine sogenannte Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung einzahlen. Du erhälst dann auf deine Freizügigkeitsleistung einen von der Versicherung festgelegten Zinssatz. Zusätzlich versichert sie dann meist den Todesfall, das bedeutet dass du ein zusätzliches Kapital bekommst, wenn du stirbst. Mittlerweile bieten grosse Versicherungen (wie Axa, Mobiliar oder Zürich) aber keine Freizügigkeitspolicen mehr an. 

Unser Tipp: Im Regelfall ist ein Freizügigkeitskonto die bessere Lösung. Teile dort deine Freizügigkeitsleistung auf 2 gleich hohe Konten auf, damit du im Alter durch einen zeitlich gestaffelten Bezug Steuern sparen kannst.

Wann kann die Freizügigkeitsleistung ausgezahlt werden?

Das Freizügigkeitsgesetz bezweckt, dass dein Vorsorgeschutz erhalten bleiben soll. Deshalb kann die Freizügigkeitsleistung auch nur in 3 Fällen bar ausgezahlt werden: 

  • du verlässt die Schweiz endgültig und unterliegst nicht in der EU / EFTA einer obligatorischen Altersvorsorge
  • du machst dich selbständig und unterliegst dabei dabei nicht der obligatorischen beruflichen Vorsorge.
  • die Höhe deiner Freizügigkeitsleistung ist sehr klein – sie beträgt weniger als einen Jahresbeitrag.

Freizügigkeitsgeld kannst du -wie Gelder aus der Pensionskasse oder der Säule 3a- auch für Wohneigentumsförderung einsetzen. 

Wie hoch ist der Zins auf dem Freizügigkeitskonto?

Im BVG gibt es zwar Vorschriften über den Mindestzins auf Altersguthaben bei den Pensionskassen. Es gibt aber keine Vorschriften über den Zins auf dem Freizügigkeitskonto bei den Freizügigkeitsstiftungen. Darum sind die Stiftungen der Banken und Versicherungen mit Zinsen hier sehr zurückhaltend. Die höchsten Zinssätze liegen bei rund 0.25% (Stand Mai 2020), was deutlich weniger ist als der BVG-Mindestzins. Das ist nicht nur aktuell so, sondern war in den letzten Jahren immer der Fall. Deshalb ist es vorteilhaft, dass du dein Freizügigkeitsgeld möglichst rasch wieder in die Vorsorgeeinrichtung deines neuen Arbeitsgebers einbringst. Denn dort bekommst du mindestens den Mindestzins.

Fallen Freizügigkeitsgelder unter die Einlagensicherung der Banken?

Nein. Die Einlagensicherung sichert Einlagen bei Banken in Höhe von 100 000 Franken pro Kunde und Bank ab. Freizügigkeitsgelder werden nicht bei einer Bank, sondern bei einer Freizügigkeitsstiftungen verwahrt. Diese werden zwar in den meisten Fällen von einer Bank errichtet und unterliegen der Kontrolle der Finanzmarktaufsicht, die Stiftungen sind aber keine Banken. Deshalb fallen Freizügigkeitsgelder nicht unter die Einlagensicherung der Banken. Gemäss Artikel 37b Absatz 4 des Bankengesetzes sind diese Guthaben in einem Konkurs unabhängig von den übrigen Einlagen des einzelnen Vorsorgenehmers und des einzelnen Versicherten bis zum Höchstbetrag von 100 000 Franken in der zweiten Klasse privilegiert. Dies ist vorteilhaft, weil im Konkursfall mit den vorhandenen Mittel die Forderungen entsprechend den Konkursklassen bedient werden, also zuerst die erste, dann die zweite und dann die dritte Klasse. Der weitaus grösste Teil der Forderungen fällt im Normallfalle in der dritten Konkursklasse an, das heisst deine Chancen zumindest auf die ersten 100’000 Franken Freizügigkeitsleistung etwas zu bekommen sind nicht schlecht.

Unser Tipp: Wenn du das Geld längerfristig bei der Freizügigkeitsstiftung belassen musst, kannst du das Risiko eines Stiftungskonkurses auf zwei Wege reduzieren. Dazu wählst du erstens anstelle des Kontosparens das Wertschriftensparen; denn dann handelt es sich um treuhänderisches Vermögen, welches grundsätzlich nicht vom Konkurs einer Freizügigkeitsstiftung betroffen ist. Oder du eröffnest zweitens gestützt auf Artikel 12 FZV jeweils ein Konto bei zwei Freizügigkeitsstiftungen. Oder du kombinierst beides. 

Unser Bonus-Tipp: Falls du bei der gleichen Bank zusätzlich ein 3a-Konto hast, gilt der privilegierte Betrag von 100’000 Franken für das Freizügigkeits- und das 3a-Konto zusammen! Darum: Säule 3a und Freizügigkeit nicht bei der gleichen Stiftung führen.

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