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Finanzen optimieren und Vorsorge im Griff haben: 7 Tipps für 2024

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Lesedauer 7 Minuten

Last update: 25.03.2024 17:59

Der Dezember ist voller Geschenke. Ob im Adventskalender oder unterm Weihnachtsbaum. Und am 25. ist dann alles vorbei. Quatsch, es geht auch nächstes Jahr weiter und du kannst die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nutzen, damit du deine Finanzen optimieren, mehr aus deinem Geld Machen und die Vorsorge im Griff haben kannst.

Tipp 1: Mach einen Kassensturz

Finanzen optimieren setzt voraus, dass du weisst, wie viel du hast. Verschaffe dir deshalb einen Überblick darüber, wo du wie viel Finanzvermögen hast und berechne deine Sparquote. So gehst du vor:

  • Schreibe erstens auf, was du hast. Welchen Wert haben deine Vermögenswerte Ende 2022 gehabt und wo liegt der Wert jetzt, Ende 2023? Die Bankbelege für den Jahresabschluss 2023 kommen zwar erst. Aber du kannst schon eintragen, was du bereits weisst und eventuell später nochmals anpassen.
  • Nun frage dich zweitens: Wie hoch war mein Nettolohn 2022? Und wie viel Steuern habe ich bezahlt? Rechne Nettolohn minus Steuern. Denn das war dein Handlungsspielraum für Ausgaben und Sparen im 2022.
  • Und jetzt vergleiche drittens: Um wie viel hat sich dein Vermögen 2023 verändert? Verstehst du warum?
  • Ermittle viertens deine Sparquote, indem du alle Beträge zusammenrechnest, die du von deinem Nettolohn gespart, angelegt oder in 3a Gelder zurückgelegt hast und teile dies durch deinen jährlichen Lohn. Übrigens, die Sparquote sollte mindestens 10 % vom jährlichen Lohn betragen. 😜

Schauen wir uns den Kassensturz von Nicole als Beispiel an

Nicole hat einen Jahreslohn von 113’000 Franken und einen Nettolohn von rund 100’000 Franken. Auf den Nettolohn zahlt sie Steuern von 20’000 Franken. Also hatte sie 2022 einen Handlungsspielraum von rund 80’000 Franken. Davon hat sie 5’000 Franken in die Säule 3a eingelegt und zusätzlich einen ETF für 8’000 Franken gekauft. So hat sie insgesamt also 13’000 Franken gespart. Darum beträgt ihre Sparquote 12 % (= 13’000 Franken/ 113’000 Franken x 100). Den Rest ihres Handlungsspielraums (80’000 – 13’000 = 67’000 Franken) hat Nicole für Versicherungen, Lebenshaltung und andere Konsumausgaben eingesetzt.

Vermögenswerte (in Franken)Wert Ende 2022Wert Ende 2023
Pensionskasse100’000108’500
Säule 3a20’00025’000
Wertpapiere (ETF, Fonds, Aktien, Obligationen)30’00035’000
Bankkonto10’00010’000
Summe Vermögenswerte160’000178’500
Differenz +16’500
Vermögensaufstellung von Nicole

In der Vermögensaufstellung sieht Nicole, dass sich die Kursveränderungen an den Börsen negativ auf ihre Wertschriften ausgewirkt haben. Diese sind trotz ihres ETF-Kaufs (Wert 8’000 Franken) netto nur noch 5’000 Franken mehr wert. Ihr Vermögen ist dennoch um 16’500 Franken gestiegen, da sie und ihr Arbeitgeber rund 8’500 Franken als Beiträge in die Pensionskasse eingezahlt haben.

Tipp 2: Schärfe dein Finanzbewusstsein

Wenn du den ersten Tipp umgesetzt hast, weisst du, wie hoch deine Sparquote ist und wie sich dein Vermögen im letzten Jahr verändert hat. Finanzen optimieren erfordert auch, dass du dein Finanzbewusstsein schärfst. Um das Bewusstsein zu schärfen, solltest du etwas innehalten und reflektieren.

Schau dazu aufs letzte Jahr zurück und überleg dir: Was lief finanziell gut? Was hab’ ich so richtig gut gemacht? Was lief nicht so gut? Warum lief es nicht gut? Und was möchte ich nächstes Jahr anders machen? Falls du einen Partner oder eine Partnerin hast, macht die Übung zusammen. Erfasst eure Eindrücke zunächst einzeln und besprecht dann miteinander, wie das Jahr finanziell gelaufen ist. Ihr könnt dazu eine einfache Technik nutzen, etwas mit Post-it’s, um die Themen zunächst aufzuschreiben, dann zu sortieren und die Verbesserungen fürs nächste Jahr abzumachen.

Tipp 3: Bezahle dich selbst zuerst

Der reichste Mann von Babylon“  ist ein Finanzklassiker aus den 1920er-Jahren. Es beschreibt in zehn unterhaltsamen Parabeln einen sinnvollen Umgang mit Geld. Eine der wichtigsten Lehren aus diesem Finanzklassiker lautet: Bezahle dich selbst zuerst. In unserer Konsumwirtschaft treibt uns Werbung permanent zu Konsum an. Allerdings geht dies zulasten der Sparrate. Für viele bleibt dann am Ende des Geldes einfach noch zu viel Monat. Für sie gilt: Einnahmen – Ausgaben = 0.

Sich selbst zuerst bezahlen, heisst am Anfang des Monats mindestens 10 Prozent deines Lohns zurücklegen. Dieses Geld ist nur für dich selbst. Dieses Geld geht auf dein „Zukunftskonto“. Von den anderen 90 Prozent bezahlst du alle anderen: den Staat, den Vermieter oder die Bank, die Händler, die dir etwas verkaufen, Freizeitgestalter, usw.

Für dich gilt: Einnahmen – Sparrate = mögliche Ausgaben. Die Höhe der Sparrate bestimmt somit die möglichen Ausgaben für den Rest des Monats.

Darum plane jetzt deine Geldausgaben fürs Sparen und stelle mit einem Dauerauftrag sicher, dass das Geld auch wirklich für dich da ist. Setz dich ans E-Banking und richte fürs Jahr 2024 zunächst einen Dauerauftrag über 588 Franken ein. Das ist der Maximalbetrag Säule 3a für 2024 geteilt durch 12 Monate, den du jeden Monat auf dein 3a Konto einzahlst. Den Rest deiner 10%-Sparquote sicherst du ebenfalls, indem du anschliessend einen weiteren Dauerauftrag auf dein Sparbuch einrichtest.

Und wenn du schon dabei bist: Schau dir schliesslich die Steuerrechnung vom Vorjahr an und teile den Gesamtbetrag durch zwölf. So hast du einen Anhaltspunkt, wie viel du jeden Monat mindestens für die Steuern zur Seite legen musst. Auch dafür richtest du am besten einen Dauerauftrag ein.

Schauen wir uns an, wie Nicole sich selbst zuerst bezahlt

Nicoles Bruttoeinkommen beträgt 113’000 Franken, darauf zahlte sie letztes Jahr Steuern von 20’000 Franken. Sie nimmt sich vor, nächstes Jahr 15 % vom Jahreslohn zu sparen. Das entspricht einer Sparquote von 17 % ihres Nettolohns. Darum richtet sie für Anfang des Monats folgende Daueraufträge auf ihrem Girokonto ein:

WofürWie viel
auf Konto „Säule 3a“ (Maximalbetrags 2024 / 12)588 Franken
auf Konto „Steuern“ (20’000 Franken Steuern Vorjahr / 12)1’667 Franken
auf Konto „freie Vorsorge“ (113’000 Franken x 10 % minus 7’056 Franken) / 12)354 Franken

Somit verbleiben Nicole noch rund 6’024 Franken pro Monat, um zu wohnen, zu essen, für notwendige Versicherungen zu sorgen und Spass zu haben.

Tipp 4: Kontrolliere deine Ausgaben

Wenn du deine Finanzen optimieren möchtest, hilft ein Haushaltsbudget dabei ungemein. Denn es stellt sicher, dass du bewusst entscheidest, wofür du dein Geld ausgeben möchtest. Bevor du jetzt abwinkst “naaai, das ist mir zu viel Aufwand“ – mach dir bewusst, dass Haushaltsbudget und Haushaltsbuch zwei Paar Schuhe mit unterschiedlichem Aufwand sind. Ein Haushaltsbudget ist der PLAN, wofür du etwas ausgeben möchtest. In einem Haushaltsbuch schreibst du alle Ausgaben im IST möglichst zeitnah auf. Wir sprechen hier im ersten Schritt davon, ein Haushaltsbudget zu erstellen, sozusagen die light-Variante, die viel weniger aufwendig ist. Glaub uns, schon das hilft dir zu verstehen, wo dein Geld hinfliesst.

Denn Geld ausgeben soll Spass machen und dich deinen Zielen weiterbringen. Auch hier gilt: Spricht mit deinem Partner oder deiner Partnerin darüber. Wenn du Geld sparen und er oder sie konsumieren möchte, dir der Restaurantbesuch wichtiger als die 3. Säule – sprecht darüber. Denn sonst hast du Stress während des Jahres. Wie du dein Haushaltsbudget mit Spassquote erstellst, findest du in diesem Wissensbeitrag.

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Tipp 5: Kümmere dich um deine Vorsorgelücken

Wenn du fürs Alter heute deine Finanzen optimieren willst, solltest du dir einen Überblick verschaffen, wie viel du einmal bekommen wirst. Der Vorsorgecheck unterstützt dich dabei. 

In der 1. Säule bekommst du nur dann eine volle Rente, wenn du erstens die volle Beitragsdauer eingezahlt hast und zweitens immer mindestens der AHV-Durchschnittslohn versichert war. Beitragslücken kannst du bis zu 5 Jahre rückwirkend schliessen. Beitragslücken (sogenannte AHV-Fehljahre) entstehen, wenn du oder dein Arbeitgeber in den Jahren nach deinem 21. Geburtstag zeitweise keine AHV-Beiträge eingezahlt habt. Z.B. bei unverheirateten, nicht erwerbstätigen Müttern, wenn du studiert und nicht verdient hast, länger im Ausland warst oder erst später in die Schweiz eingewandert bist. Wenn einer dieser Fälle auf dich zutrifft, nimm Kontakt mit der für dich zuständigen AHV-Ausgleichskasse auf. Bestelle dort deinen individuellen AHV-Kontoauszug und erkundige dich, ob du noch den Mindestbeitrag nachzahlen kannst. So vermeidest du zum Zeitpunkt deiner Pensionierung eine lebenslange Rentenkürzung von rund 2.3 % pro AHV-Fehljahr.

Auch in der 2. Säule kann es sein, dass du dein Einkommen in der Rente durch freiwillige Einzahlungen erhöhen kannst. Frage dazu deine Pensionskasse, ob du ein sogenanntes Einkaufspotential hast. Mehr zum Thema Einkauf in die Pensionskasse findest du in diesem Blogbeitrag. 

Tipp 6: Hole mehr rein statt mehr auszugeben

Das Jahr ist fast rum, ein neues Jahr, neue Projekte, ein neues Budget stehen an, dein Jahresabschluss mit den Finanzen ist durch. Sei dir bewusst, deine Finanzen kannst du von zwei Seiten optimieren: mehr reinholen UND weniger ausgeben.

Fangen wir an mit „mehr reinholen“: Prüfe Möglichkeiten, dein Einkommen zu erhöhen. Du brauchst dazu nicht gleich den Job zu wechseln, obwohl dies für Arbeitnehmer häufig die grössten Lohnzuwächse bringt. Einen ersten Schritt kannst du machen, indem du dir ein Bild über deinen Lohn im Vergleich mit anderen verschaffst. Dann kannst du dir überlegen, was du im letzten Jahr in deinem Job besonders gut gemacht hast und welchen Nutzen das für dein Unternehmen gebracht hat. Der letzte Schritt heisst dann einen Termin mit deinem Chef für ein Lohngespräch zu vereinbaren und deine Lohnerhöhung zu begründen.

Kommen wir zum „weniger ausgeben“: Falle nicht in die “Jahreswechselvorsatzfalle“. Kennst du die? Im nächsten Jahr wird alles besser, ich trinke weniger Alkohol, mache mehr Sport, lebe gesünder. Gleich im Januar fang ich mit Fitness an.

Unser Tipp: Spar dir die teure Jahresgebühr fürs Fitness-Abo und fang mit dem Monatsabo an. Schau erst einmal, ob du dabei bleibst. Erfahrungsgemäss ist Ende Februar das Studio wieder viel leerer. Und das liegt dann noch nicht am guten Wetter. Darum werden die Abos auch gleich zu Beginn komplett einkassiert 😉 Das gilt für die meisten Abos – und für die meisten Vorsätze. Daher, be smart und arbeite mit Monatsabos. Wenn du dabei bleibst, kannst du verlängern oder Einzeleintritte bezahlen. Das tut zwar jedes Mal weh. Aber vielleicht brauchst du im Sommer auch gar kein Studio, sondern bist einfach nur so, ganz kostenlos draussen sportlich tätig beim Joggen oder Velo fahren?

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Tipp 7: Behalte deine Finanzziele täglich im Blick

Das ist unser letzter Lifehack um deine Finanzen zu optimieren. Setze dir ein monatliches Sparziel. Du weisst, wie hoch deine Sparquote im letzten Jahr war (vergleiche Tipp 1) und kannst dir vornehmen, sie in diesem Jahr zu erhöhen. Was bedeutet das in Franken für dich pro Monat? Schreib dir dein Sparziel auf einen Zettel und stecke diesen in dein Portemonnaie oder die Handyhülle. Das erinnert dich daran, bei allen Ausgaben dein Sparziel im Blick zu behalten.

Mach’s dir zur Gewohnheit einmal am Tag, vielleicht auf dem Heimweg über deine Ausgaben des Tages nachzudenken. Waren die notwendig und ok? Möchte ich dafür wirklich Geld ausgeben? Apps wie Habitbull können dich dabei unterstützen, deine Gewohnheit zu ändern. Wenn du dich mit deinem Ausgabe-Verhalten beschäftigst, wird das zu einer Veränderung deiner Ausgaben führen. Denn der Hawthorne-Effekt beschreibt, dass sich ein Verhalten schon dadurch ändert, dass es beobachtet wird. Mach dir das zunutze, und schau selbst genau hin, was du tust!

Zusammenfassung: Finanzen optimieren ist gar nicht so schwer

Mit unseren 7 Lifehacks kannst du deine Finanzen optimieren und die Vorsorge im Griff bekommen. Mach dir erst ein Bild über deine finanzielle Situation und mach dir bewusst, was du heute schon gut machst. Ab sofort solltest du erst dich selbst bezahlen und dann alle anderen. Denn du bist dir selbst der Nächste: Wenn du zu dir sorgst, ist gesorgt! Kontrolliere deine Ausgaben und prüfe, wie du mehr Einkommen erzielen kannst. Kümmere dich um deine Vorsorgesituation, indem du bestehende Lücken schliesst. Und schliesslich: schau zu deinen Finanzen, denn wenn du dich selbst beobachtest, wird sich dein Verhalten zum Besseren verändern.

Viel Erfolg mit diesen Tipps im 2024!

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Thomas verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise als Privatanleger in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Er gestaltet seit vielen Jahren einfache Kunden- und Serviceerlebnisse, bewegt Menschen und Organisationen und hat ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen von Menschen bei Finanzthemen gewonnen. Thomas bringt mit seinem Background als Doktor in Wirtschaftswissenschaften Themen einfach und pragmatisch auf den Punkt.
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