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Freizügigkeitspolice – die 20 häufigsten Fragen

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Lesedauer 9 Minuten

Last update: 25.12.2023 15:25

In einer Freizügigkeitspolice kannst du deine Austrittsleistung aus der Pensionskasse deponieren. Doch was ist das genau und macht das für dich Sinn? Entdecke im Artikel, was eine Freizügigkeitspolice ist, die Unterschiede zu einem Freizügigkeitskonto und die 20 häufigsten Fragen zur FZ-Police.

Was ist eine Freizügigkeitspolice?

Eine Freizügigkeitspolice ist eine prämienfreie Lebensversicherung, bei der du deine Austrittsleistung aus der beruflichen Vorsorge als Einmalanlage an eine Versicherungsgesellschaft überträgst. Die Freizügigkeitspolice dient dazu, deine Vorsorgegelder zu sichern und dir zusätzliche Versicherungsleistungen für Tod und Invalidität zu verschaffen. Die Police wird von einer Versicherungsgesellschaft geführt. Achtung: eine Freizügigkeitspolice kannst du nur mit Verlusten vorzeitig auflösen. Sie ist daher nicht für die kurzfristige Anlage deiner Austrittsleistung geeignet.

Wann kann ich eine Freizügigkeitspolice eröffnen?

Eine Freizügigkeitspolice eröffnen kannst du nur, wenn du unmittelbar nach Austritt aus der alten Vorsorgeeinrichtung NICHT in eine neue Pensionskasse eintrittst. Dies trifft etwa bei Erwerbslosigkeit oder einer geplanten Job-Pause zu.

Ausserdem kannst du eine Freizügigkeitspolice eröffnen, wenn du dich bei einem Wechsel in eine neue Pensionskasse in deren reglementarischen Leistungen eingekauft hast und Restgelder aus der abgebenden Pensionskasse übrig ist.

Wann brauche ich eine Freizügigkeitspolice?

Eine Freizügigkeitspolice kann sinnvoll sein, wenn du zusätzlich zur Altersvorsorge auch die Risiken Invalidität und Tod versichern möchtest. Sie bietet dir einen Versicherungsschutz, falls du vor dem ordentlichen Rentenalter invalide wirst oder stirbst. Die Police ermöglicht es, das angesparte Vorsorgekapital in Form einer lebenslangen Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung zu beziehen. Die Freizügigkeitspolice ist weniger geeignet, wenn du dein Pensionskassenguthaben in Kürze wieder an eine Pensionskasse übertragen möchtest. Denn eine Freizügigkeitspolice kann nicht verlustfrei vorzeitig aufgelöst werden.

Unser Tipp: Sparen und Versichern trennen

Wenn du einen Versicherungsschutz für Invalidität oder Tod wünschst, sind aus unserer Sicht die Alternativen zu einer Freizügigkeitspolice attraktiver. Und die bestehen aus dem Kauf einer Risikoversicherung in der Säule 3b und der Anlage des Pensionskassenguthabens in lukrativere Anlagen, beispielsweise in ein Freizügigkeitskonto mit Vorsorgefonds.

Wie kann ich eine Freizügigkeitspolice eröffnen?

Um eine Freizügigkeitspolice zu eröffnen, musst du dich an eine Versicherung wenden, die diese Versicherungslösung anbietet. Die Eröffnung einer Freizügigkeitspolice erfordert das Ausfüllen eines Antragsformulars und die Bereitstellung der erforderlichen Unterlagen (etwa gültiger Identitätsausweis, Auftrag an die bisherige Vorsorgeeinrichtung zur Übertragung des Altersguthabens). Nachdem die Versicherungsgesellschaft deinen Antrag bearbeitet hat, erhältst du die Police und die entsprechenden Unterlagen. Die Freizügigkeitspolice wird dann durch eine Einmaleinlage finanziert – das ist die Austrittsleistung deiner Pensionskasse.

Beachte, dass Austrittsleistungen immer direkt von der abgebenden Vorsorgeeinrichtung auf deine neue Freizügigkeitspolice überwiesen werden – dein Vorsorgegeld bleibt immer im Vorsorgekreislauf.

Was sind die Vorteile einer Freizügigkeitspolice?

Die Vorteile einer Freizügigkeitspolice liegen in der Sicherung deiner Vorsorgegelder, auf denen du keinerlei Wertschwankungen in Kauf nehmen willst. Sie ermöglicht es, das Vorsorgekapital bei Vertragsablauf als einmalige Kapitalauszahlung oder als lebenslange Rente zu beziehen. Typischerweise bekommst du im Erlebensfall (also bei Vertragsablauf) die verzinste Einmaleinlage.

Des Weiteren bietet sie – je nach Ausgestaltung – einen Versicherungsschutz, falls du vor dem ordentlichen Rentenalter invalide wirst oder stirbst. Im Todesfall vor Ende der Laufzeit zahlt sie das vereinbarte Todesfallkapital aus.

Was sind die Nachteile einer Freizügigkeitspolice?

Die Freizügigkeitspolice hat einige Nachteile. Einer der Hauptnachteile ist, dass die Police nicht ohne Verlust vorzeitig aufgelöst werden kann. Das Ablaufdatum wird bei Abschluss vereinbart und ist in der Police festgehalten. Das angesparte Vorsorgekapital ist nicht flexibel verfügbar, wenn du eine neue Stelle antrittst und deine Austrittsleistung in die neue Pensionskasse einbringen musst. Die Auszahlung ist nur in besonderen gesetzlich vorgesehenen Fällen oder frühestens 5 Jahre vor Erreichen des (ordentlichen) BVG-Rücktrittsalters möglich. Technisch stellt diese vorzeitige Auflösung vor Vertragsablauf einen Rückkauf dar; ein Rückkauf vor Vertragsende ist in der Regel mit einem teilweisen Verlust deiner eingebrachten Austrittsleistung verbunden.

Zudem sind Freizügigkeitspolicen vom Niedrigzinsniveau betroffen, was die Rendite empfindlich schmälert.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Police Versicherungsleistungen beinhaltet, was die Rendite beeinträchtigt. Deshalb ist die Rendite noch tiefer als bei einem Freizügigkeitskonto.

Wir sind überzeugt, dass du Sparen und Versicherungen trennen solltest. Deshalb ist aus unserer Sicht ein Freizügigkeitskonto für die meisten die bessere Lösung.

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Wie lange läuft eine FZ-Police?

Der Vertragsablauf deiner Freizügigkeitspolice wird bei Abschluss festgelegt. Sie endet entweder mit deinem Tod oder mit dem «Erlebensfall», also dem Zeitpunkt deiner ordentlichen Pensionierung gemäss BVG, das bei Abschluss der Police galt. Das Referenzalter liegt ab 2028 für Männer und Frauen einheitlich bei 65 Jahren.

Einzelne Versicherungen bieten an, dass du den Bezug der Police auch bis zu fünf Jahre aufschieben kannst. Das kann steuerlich sehr attraktiv sein. Spätestens dann wird der Betrag in Kapitalform auf einmal ausbezahlt.

Kann ich meine Freizügigkeitspolice vorzeitig auflösen?

Eine Freizügigkeitspolice vorzeitig auflösen kannst du nur bei Vorliegen gesetzlich definierter Bezugsgründe. Das angesparte Vorsorgekapital ist sonst nicht flexibel verfügbar. Bei einer vorzeitigen Auflösung bekommst du den Rückkaufwert, der in den ersten Jahren unter dem Einzahlbetrag liegt.

Was ist der Unterschied von Freizügigkeitspolice und Freizügigkeitskonto? Was ist besser?

Freizügigkeitskonto und Freizügigkeitspolice sind identisch in puncto steuerliche Behandlung, Einschränkungen hinsichtlich maximal möglicher Dauer und Einschränkungen hinsichtlich Barauszahlung und Begünstigung. Doch es gibt auch wichtige Unterschiede.

Erstens unterscheidet sich der Vorsorgeschutz zwischen einer Freizügigkeitspolice und einem Freizügigkeitskonto. Die Freizügigkeitspolice ist eine Versicherungslösung, die dein Kapital sichert und dich zusätzlich gegen Risiken versichert. Sie deckt während der Laufzeit Risiken wie Invalidität oder Tod ab. Die Finanzierung der Versicherungsleistungen schmälert deine Rendite. Beim Freizügigkeitskonto geht es ums vorübergehende Deponieren deiner Freizügigkeitsleistung. Bei der FZ-Police auch ums Versichern von Rentenleistungen.

Zweitens unterscheidet sich die Flexibilität. Ein Freizügigkeitskonto ist ein spezielles Konto, auf das du deine Austrittsleistung aus der beruflichen Vorsorge einzahlst. Das Konto wird von einer Freizügigkeitsstiftung geführt, die das Geld für dich „parkt“ und fortlaufend verzinst. Den Zins legt die Freizügigkeitsstiftung autonom fest und kann ihn jederzeit ändern. Der Übertrag des Kontos auf eine neue Vorsorgeeinrichtung ist – sofern du das Geld nicht in Wertschriften investiert – jederzeit ohne Verluste möglich. Die Auflösung einer Freizügigkeitspolice ist hingegen mit Verlusten verbunden.

Unser Tipp: Risiken in der Säule 3b versichern

Gegen Tod und Erwerbsunfähigkeit versicherst du dich besser mit einer reinen Risikoversicherung bei einer Versicherungsgesellschaft. Deine Freizügigkeitsguthaben kannst du dann vorteilhafter anzulegen.

Was sind die Kosten einer Freizügigkeitspolice?

Die Kosten einer Freizügigkeitspolice unterschieden sich je nach Anbieter und sind nicht immer transparent. In der Regel gibt es keine sichtbaren Kosten für den Abschluss oder die Führung der Freizügigkeitspolice. Bei Auflösung der Police, Haltedauern unter einem Jahr, dem Vorbezug von Geldern für Wohneigentum oder einer Sistierung der Police sind Gebühren von mehreren Hundert Franken üblich.

Beachte, dass die Versicherungsleistungen und Verwaltung deines Anlagevermögens mit Verwaltungskosten und Prämien für die versicherten Leistungen verbunden sind. Diese holt sich dein Police-Anbieter über andere Wege wieder rein: entweder mit einer kleineren Zinsgutschrift als auf einem Freizügigkeitskonto. Oder bei einer Anlage des Freizügigkeitsguthabens in Anlagefonds mit etwas höheren Gebühren, die direkt den Anlagefonds belastet werden. Von beiden Kosten siehst du direkt zunächst nichts, du spürst es nur in der Rendite deines Guthabens.

Technisch ist die Auflösung vor Vertragsablauf ein Rückkauf, der für dich mit einem teilweisen Kapitalverlust verbunden ist. Dieser ergibt sich etwa dadurch, dass die Versicherung dein Guthaben bis zum Vertragsende am Kapitalmarkt anlegt, und die vorzeitige Auflösung dieses Zinsdifferenzgeschäfts Kosten verursacht. Auch allfällige Abschlussprovisionen, die die Versicherungsgesellschaft Dritten bezahlt hat, wurden deinem Kapital belastet und sind für dich verloren.

Wie wird das Kapital in einer FZ-Police verzinst?

Auf das Kapital in deiner Freizügigkeitspolice bekommst du von der vertragsführenden Versicherung einen Zins. Den Zinssatz legt die Versicherung in der Regel jährlich neu fest. Bei der Zinsfestlegung ist sie völlig frei – es gibt keine Mindestverzinsung wie in der beruflichen Vorsorge. Einige Anbieter erlauben, das Kapital in Fonds zu investieren, was eine höhere Rendite ermöglichen kann.

Wie wird eine FZ-Police besteuert?

Wie bei anderen Vermögen in der beruflichen Vorsorge oder der Säule 3a zahlst du während der Vertragsdauer keine Vermögens-, Einkommens- oder Verrechnungssteuer.

Bei Eintritt des in der Police vorgesehenen Pensionsalters wird die Kapitalleistung fällig. Sie wird getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert: der Kapitalsteuer. Deren genaue Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie deinem Wohnsitzkanton, deinem oder zivilen Familienstand.

Unser Tipp: bei Austritt Guthaben auf zwei Stiftungen verteilen

Du kannst bei Austritt aus deiner Pensionskasse deine Austrittsleistung auf höchstens zwei Freizügigkeitseinrichtungen aufteilen. Diese Aufteilung des Vorsorgeguthabens ist nur bei der direkten Übertragung von der bisherigen Vorsorgeeinrichtung vorgesehen. Eine spätere Splittung eines einmal eingerichteten Freizügigkeitskontos oder einer FZ-Police ist nicht mehr möglich. Mit dieser Aufteilung kannst du den späteren Bezug zeitlich staffeln und damit Steuern sparen.

Was passiert mit meiner Freizügigkeitspolice, wenn ich ins Ausland ziehe?

Die Schweiz hat Freizügigkeitsabkommen mit der EU bzw. EFTA abgeschlossen. Wenn du also die Schweiz definitiv verlässt, darfst du dein Guthaben aus der Police wie folgt beziehen: bei einem Wegzug in die EU sowie Staaten der EFTA (mit Ausnahme Liechtensteins) den überobligatorischen Teil, in die übrigen Länder das gesamte Kapital. Prüfe, welche steuerlichen Regelungen in deinem neuen Heimatland für diese Kapitalleistungen angewendet werden, beispielsweise in diesem Artikel für Deutschland.

Kann ich meine Freizügigkeitspolice für den Kauf von Wohneigentum verwenden?

Ja, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zur Wohneigentumsförderung kannst du deine Freizügigkeitsleistung für die Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum vorzeitig beziehen. Die genauen Modalitäten und Voraussetzungen für den Vorbezug von Wohneigentum legt die jeweilige Versicherungsgesellschaft fest.

Was passiert mit meiner Freizügigkeitspolice nach einer Scheidung?

Bei einer Scheidung kommt es zu einem Vorsorgeausgleich. Dabei wird das während der Ehe angesparte Vorsorgekapital zwischen den Ehepartnern hälftig aufgeteilt und der ehemalige Ehepartner erhält einen Anteil des Guthabens. Freizügigkeitsguthaben und damit auch die FZ-Police unterliegen dem Vorsorgeausgleich. Wenn’s dumm läuft, musst du also deine Police mit Verlust auflösen, um deinem ehemaligen Ehepartner seinen Anteil auszuzahlen.

Wie sicher ist eine Freizügigkeitspolice?

Guthaben aus den Freizügigkeitspolicen sind durch die Versicherung jederzeit vollumfänglich garantiert. Denn sie muss dafür ein gebundenes und speziell ausgeschiedenes Sondervermögen bilden. Die FINMA überwacht, dass die Versicherungen die diesbezüglichen Vorschriften einhalten. Die Sicherheit einer Freizügigkeitspolice hängt also von der Bonität der Versicherungsgesellschaft ab.

Was passiert mit meiner Freizügigkeitspolice im Todesfall?

Freizügigkeitsguthaben gehören nicht zu deinem Nachlass. Denn Vorsorgegelder sollen in erster Linie denen zugutekommen, die finanziell von deinem Abschied betroffen sind. Je nach Vertrag oder Reglement deiner Freizügigkeitseinrichtung zahlt sie Kapital oder Rente aus.

Deshalb geht im Todesfall die Leistung an die Bezugsberechtigten gemäss der Begünstigtenordnung. Falls du nichts machst, gilt die gesetzliche Reihenfolge nach Art. 20a BVG – siehe Tabelle.

ReihenfolgeBegünstigte der Stufe
Gesetzliche Stufeüberlebender Ehepartner
unterhaltspflichtige Kinder
eingetragene Partner
1. Stufe (oder Rang)massgeblich unterstützte natürliche Personen
Konkubinatspartner ab 5 Jahren
2. Stufenicht mehr unterstützungspflichtige Kinder
Eltern
Geschwister
3. StufeÜbrige gesetzliche Erben
Begünstigtenordnung nach Art 20a BVG – wer bekommt deine Freizügigkeitspolice im Todesfall?

Gesetzlich ist die erste Stufe vorgegeben – die profitieren immer; vollständig ausschliessen kannst du sie also nicht. Wenn’s mehrere Leute in dieser Gruppe gibt, bekommen sie das Geld zum gleichen Teilen – ausser du hast festgelegt, wer welchen Anteil bekommen soll.

Du kannst diese Reihenfolge teilweise ändern oder die Anteile in Prozent festlegen, die Begünstigte in der gleichen Stufe erhalten sollen. Leute aus der ersten Stufe raus schiessen, das geht aber nicht. Auf Wunsch kannst du Leute aus der Gruppe 2 (und nur solche) direkt begünstigen, indem du sie zur Gruppe 1 ergänzt.

Und wenn mindestens eine Person in einer Stufe vorhanden ist, so kann diese Stufe nicht übersprungen werden. Heisst also konkret: jemand in Stufe 3 kommt erst zum Zug, wenn es niemanden in den vorherigen Stufen gibt.

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Wie kann ich meine Freizügigkeitspolice in die Pensionskasse eines neuen Arbeitgebers übertragen?

Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zur beruflichen Vorsorge musst du deine Freizügigkeitsleistung in die Pensionskasse eines neuen Arbeitgebers übertragen. Dieser Übertragungsprozess erfolgt in der Regel auf Basis eines Übertragungsantrags, den du bei deiner neuen Pensionskasse einreichen musst.

Was passiert mit meiner Freizügigkeitspolice bei Arbeitslosigkeit?

Im Falle von Arbeitslosigkeit bleibt die Freizügigkeitspolice bestehen und wird nicht aufgelöst. Das angesparte Vorsorgekapital wird weiterhin von der Versicherungsgesellschaft verwaltet.

Wenn du erwerbslos bist und Taggelder bei der Arbeitslosenversicherung beziehst, bist du obligatorisch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG gegen die Risiken Invalidität und Tod versichert, sparst aber nicht mehr für deine Altersvorsorge. Um Vorsorgelücken zu verhindern, kannst du dich freiwillig bei der Stiftung Auffangeinrichtung für die berufliche Vorsorge versichern. Dann musst du allerdings sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberbeitrag übernehmen, weil ja kein Arbeitgeber mehr für dich bezahlt.

Unser Tipp: Lücke mit späteren Einkauf schliessen

Falls du dir die Beiträge aus finanziellen Gründen nicht leisten kannst, schliesst du deine Vorsorgelücke später mit einem Einkauf in die Pensionskasse.

Wie wird eine Freizügigkeitspolice bei Selbstständigkeit behandelt?

Im Falle von Selbstständigkeit bleibt die Freizügigkeitspolice grundsätzlich bestehen. Selbstständigkeit stellt einen zulässigen Bezugsgrund für Leistungen aus der Vorsorge dar. Die Selbstständigkeit muss dein Haupterwerb sein und der Bezug muss bei Firmengründung erfolgen, spätestens aber innert eines Jahres nach Aufnahme der Selbstständigkeit als Einzelfirma oder als Kollektivgesellschaft. Ein Bezug für Selbstständigkeit mit der eigenen Kapitalgesellschaft ist nicht möglich.

Falls du dein Guthaben aus der Police für die Aufnahme einer dauerhaften selbstständigen Erwerbstätigkeit beziehen möchtest, bekommst du den Rückkaufwert der Police.

Wie wird eine Freizügigkeitspolice im Falle von Invalidität behandelt?

Im Falle von Invalidität bleibt die Freizügigkeitspolice grundsätzlich bestehen. Wenn du unbestrittener Massen invalide bist und eine volle IV-Rente bekommst, aber keine Pensionskasse eine Invalidenrente ausrichten muss, dann darfst du das gesamte Freizügigkeitsguthaben auszahlen lassen. Du erhältst dann den Rückkaufwert der Police.

Wenn du in einer Pensionskasse versichert warst, als der Grund für deine Invalidität entstanden ist, solltest du mit dem Bezug deines Freizügigkeitsguthabens zuwarten. Denn möglicherweise bekommst du zusätzlich zur IV-Rente auch eine Invalidenrente deiner früheren Pensionskasse. Dazu müsstest du dein Freizügigkeitsguthaben der Pensionskasse wieder zurückgeben.

Mehr zum Thema berufliche Vorsorge und Invalidität findest du in diesem Artikel.

Welche Anbieter von Freizügigkeitspolicen gibt es?

Die Nachfrage nach Freizügigkeitspolicen hat mit dem tiefen Zinsniveau nachgelassen. Darum haben sich in den vergangenen Jahren viele grosse Versicherungen (wie Zürich, Mobiliar oder Axa) aus dem Geschäft mit Freizügigkeitspolicen zurückgezogen. Andere (wie Baloise oder Allianz) bieten FZ-Policen nur noch für Bestandskunden an. Neukunden nimmt etwa die Generali Versicherung an.

Zusammenfassung Freizügigkeitspolice

Mit einer Freizügigkeitspolice kannst du deine Austrittsleistung aus der Pensionskasse mit einer festen Vertragslaufzeit bis zur ordentlichen Pensionierung bei einer Versicherungsgesellschaft deponieren. Neben der Kapitalsicherung erwirbst du – je nach Ausgestaltung – auch einen Versicherungsschutz gegen Tod und Invalidität. Wir sind der Meinung, dass du diese Risiken besser in der freien Vorsorge (Säule 3b) versichern und dein Altersguthaben entweder auf einem Freizügigkeitskonto parken oder Freizügigkeitsdepot anlegen solltest.

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Thomas verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise als Privatanleger in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Er gestaltet seit vielen Jahren einfache Kunden- und Serviceerlebnisse, bewegt Menschen und Organisationen und hat ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen von Menschen bei Finanzthemen gewonnen. Thomas bringt mit seinem Background als Doktor in Wirtschaftswissenschaften Themen einfach und pragmatisch auf den Punkt.
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