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Mehr oder weniger einzahlen. Welche Überlegungen sich in der Pensionskasse lohnen

Lesedauer 3 Minuten

Wir hatten es schon geschrieben, für die Pensionskasse gilt „je mehr du einzahlst, desto mehr bekommst du heraus“. Die Pensionskasse wählt zwar dein Arbeitgeber, jedoch hast du bei vielen Pensionskassen die Wahl. Du kannst freiwillig höhere Beiträge zahlen, Einkäufe oder Vorbezüge tätigen. Hier steht, welche Überlegungen sich dabei lohnen.

In der 2. Säule, der beruflichen Vorsorge (BVG) werden die von dir und deinem Arbeitgeber eingezahlten Beiträge von einer Pensionskasse angelegt und verzinst. So wächst dein Altersguthaben, dass du schliesslich einmalig beziehen oder in eine lebenslange Rente umwandeln kannst.

Was passiert eigentlich mit deinem Geld in der Pensionskasse?

Eine Pensionskasse muss sicherstellen, dass sie jederzeit diese Leistungsverpflichtungen erfüllen kann. Darum legt sie dein Guthaben nach wie vor hauptsächlich in Obligationen und Immobilien an, deren Wert weniger stark schwankt als der Wert von Aktien.

Weil das Zinsniveau sinkt, schichten Pensionskassen zunehmen in Anlagen mit höherer zu erwartender Rendite und entsprechend grösserer Schwankungsbreite um. Sie legen mehr in Aktien an. Aktien bilden mittlerweile die zweithäufigste Anlageform. 2015 waren gut ein Drittel der Guthaben bei den Pensionskassen am Schweizer Aktienmarkt investiert. An dritter Stelle stehen Immobilien. Als sichere Anlage steigt im Niedrigzinsumfeld ihre Attraktivität. Daneben fällt auf, dass Pensionskassen mehr in alternative Anlagen investieren und weniger flüssige Mittel und kurzfristige Anlagen halten.

Grundsätzlich wirtschaften die Pensionskassen noch ganz gut, sie geraten aber aufgrund steigender Lebenserwartung und niedriger Zinsen unter Druck und müssen daher handeln. Du kannst davon ausgehen, dass der Umwandlungssatz von aktuell 6,8% für Renten in den kommenden Jahren gesenkt werden wird.

Lohnt sich freiwillig ein höherer Sparbeitrag für die Pensionskasse?

Bei zahlreichen Pensionskassen gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Leistungen, die über das vorgeschriebene Minimum (sog. Obligatorium) hinausgehen.

Beispielsweise nehmen sie keinen Koordinationsabzug vom versicherten Lohn vor. Das bedeutet, dass sie -und du- auf dein Einkommen vom ersten Franken an Sparbeiträge an die Pensionskasse entrichten. Eine weitere überobligatorische Leistung besteht darin, Einkommen über die Obergrenze des BVG hinaus versichern. Beides führt zu in der Summe höheren Sparbeiträgen, deshalb zu einem höheren Altersguthaben und somit zu einer höheren Rente. Für überobligatorische Leistungen kann die Pensionskasse den Umwandlungssatz frei festlegen. Typischerweise kommt dann ein sogenannter umhüllender Umwandlungssatz auf das gesamte Altersguthaben zur Anwendung. Dieser liegt normalerweise tiefer als der BVG-Umwandlungssatz.

Viele Arbeitgeber bieten ihren Versicherten zudem an, dass sie freiwillig höhere Sparbeiträge als das gesetzliche Minimum leisten können. Diese Sparbeiträge erhöhen dann ebenfalls dein Altersguthaben und reduzieren dein zu versteuerndes Einkommen. Deshalb musst du dir also überlegen, ob du dein Geld anderswo gewinnbringender anlegen kannst oder es ohnehin “nur” auf dem Sparbuch ansammeln würdest. Sparst zu beispielsweise auf eine Immobilie? Dann kannst du einige Jahre steuerbegünstigt freiwillig höhere Beiträge in die Pensionskasse einzahlen und später für den Immobilienkauf einen Vorbezug machen.

Lohnt sich ein Pensionskasseneinkauf?

Ähnlich zu den freiwillig höheren Sparbeiträge die bei vielen Pensionskassen möglich sind, kannst du einen einmaligen Einkauf in die Pensionskasse prüfen. Ob du ein Einkaufspotential hast kann dir deine Pensionskasse mitteilen. Besonders attraktiv dabei ist, dass der Einkaufsbetrag zu hundert Prozent von der Einkommenssteuer abgezogen werden kann. Das macht besonders in Jahren mit ausnahmsweise höherem Einkommen Sinn, z.B. wenn du durch einen Bonus in eine höhere Steuerklasse fallen würdest. Auch hier musst du prüfen, ob sich die Verzinsung der Pensionskasse lohnt oder ob du deinen Bonus besser anderswo anlegst und den Steuervorteil wettmachst. Tendenziell ist die Rendite eines Einkaufs umso höher, je kürzer er vor der Pensionierung erfolgt. Achte jedoch darauf, dass der Einkauf spätestens einige Jahre vor der Pensionierung erfolgt. Sonst erkennen die Steuerbehörden den Abzug nicht mehr an.

Lohnt sich ein Pensionskassenvorbezug?

In definierten Fällen kannst du dein Pensionskassenguthaben auch zweckgebunden auszahlen lassen. Dies Fälle sind im BVG beschrieben. Dazu gehören die Finanzierung einer selbstgenutzten Immobilie, deren Renovation, eine Unternehmensgründung oder der Wegzug ins Ausland. Je nach Deckungsgrad, Kapitalverzinsung und Umwandlungssatz kann ein Vorbezug attraktiv sein. Im Falle einer Auszahlung werden kantonal unterschiedlich hohe Steuern fällig, die sich in der Regeln auf 5% belaufen – im Vergleich zur “eingesparten” Einkommenssteuer ein gutes Geschäft.

Die Frage bleibt jeweils, ob du die Möglichkeit hast dein Geld ausserhalb der Pensionskasse gewinnbringender anzulegen. Dabei musst du die Steuervorteile berücksichtigen, die höhere Beiträge oder ein Einkauf in die Pensionskasse mit sich bringen. Im Cockpit von Smolio kannst du die Parameter in der 2. Säule anpassen und siehst so die Auswirkungen auf dein Vermögen und deine Rente.

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