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Schweizer Vorsorgesystem: Was die Änderungen 2019 für deine Rente bedeuten

Lesedauer 3 Minuten

Dein Einkommen in der Rente hängt von den Regelungen im Schweizer Vorsorgesystem und deiner eigenen Vorsorge ab. Was ändert sich 2019 im Schweizer Vorsorgesystem? Und wie wirkt sich das auf deine künftige Rente aus? Ab Januar 2019 Jahr gibt es einige Änderungen. Lies weiter und behalte den Durchblick.

Das Schweizer Vorsorgesystem beruht auf 3 Säulen. Die beiden ersten Säulen, also die AHV und die berufliche Vorsorge, sollen die Existenz und den gewohnten Lebensstandard ermöglichen. Die private Vorsorge in der 3. Säule soll Spielräume im Alter ermöglichen. Das ist zumindest der Plan. In den letzten Jahren haben verschiedene Faktoren dazu geführt, dass dieser gut überlegte Plan nicht mehr tipptopp funktioniert. Darum sind gröbere Anpassungen mit einer Reform des Schweizer Vorsorgesystems notwendig. Diese werden uns 2019 als AHV21-Reform vorgelegt. Kleinere Anpassungen erfolgen nun zum Jahreswechsel.

In der 1. Säule steigt die AHV-Altersrente zum 1.1.2019

Alle 2 Jahre prüft der Bundesrat, ob die Renten in der AHV und IV wegen der Inflation angepasst werden müssen. Zuletzt hat der Bundesrat die Renten auf den 1. Januar 2015 angepasst. Die aktuelle Prüfung hat eine Rentenanpassung in der 1. Säule des Schweizer Vorsorgesystems ergeben. Darum steigt neu ab 1. Januar 2019 die minimale Altersrente auf 1’185 Franken pro Monat (+10 CHF). Auch die maximale Einzelrente steigt auf 2’370 Franken (+20 CHF). Bei Ehepaaren kappt die sogenannte Plafonierung die Summe der einzelnen Renten auf 150% des Höchstbetrages der beiden einzelnen Renten. Also bekommen Ehepaare ab 1. Januar 2019 zusammen maximal eine Rente von 3’555 CHF (1.5 mal 2370 CHF). Das bedeutet für dich dass sich deine AHV-Rente bei voller Beitragsdauer erhöht.
Die Beiträge für Selbstständige und Nichterwerbstätige für AHV, IV und EO steigen 2019 leicht. Sie betragen neu mindestens 482 Franken (+4CHF) pro Jahr. Auch die freiwillige Versicherung in der AHV/IV wird um 8 CHF teurer. Der Jahresbeitrag beträgt neu 922 CHF.

2017 haben die Stimmbürger 2017 die AHV-Reform 2020 abgelehnt. Dieses Jahr wurde darum ein neuer Reformvorschlag für das Schweizer Vorsorgesystem entwickelt. Die AHV21 schlägt 3 Elemente vor:

Erstens soll das Rentenalter flexibilisiert werden. Zweitens soll das Rentenalter für Frauen mit Ausgleichsmassnahmen erhöht werden. Drittens soll für jeden Steuerfranken, der durch die geplante Unternehmenssteuerreform entfällt, ein Franken in die AHV fliessen. Zusätzlich sind Anpassungen bei der Mehrwertsteuer und den Lohnbeiträgen vorgesehen. Das dritte Element ist also eine zusätzliche Finanzierung der AHV. Bei einer Annahme der AHV21 hat das für dich zwei Folgen. Einerseits kannst du den Zeitpunkt deiner Pensionierung künftig flexibler gestalten. Andererseits musst du als Frau länger Beiträge entrichten, um die Maximalrente zu erhalten. Mehr dazu findest du im folgenden Video.

Der Mindestzins in der 2. Säule bleibt unverändert bei 1%

Seit 2017 gilt ein Mindestzins von 1% in der obligatorischen beruflichen Vorsorge, der zweiten Säule des Schweizer Vorsorgesystems. Der Bundesrat hat entschieden diesen auch 2019 bei 1 Prozent zu belassen. Der Mindestzins gilt nur für das Vermögen in der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Im überobligatorischen Bereich darf deine Pensionskasse selbst frei festlegen wie hoch sie dein Altersvermögen verzinst. Der tiefe Mindestzins bedeutet für dich, dass dein Altersvermögen nur langsam wächst. Und das ist relevant, denn aus deinem Altersvermögen wird künftig deine Rente bezahlt. Falls du nur obligatorische Leistungen aus deiner Kasse bekommst, ist eine private Vorsorge darum für dich umso wichtiger.

Der Koordinationsabzug in der obligatorischen beruflichen Vorsorge steigt auf 24’885 Franken (+210 CHF) und die Eintrittsschwelle auf 21’330 Franken (+180 CHF). Das bedeutet dass zusätzliche 180 Franken deines Einkommens in der AHV versichert sind. Wie du sicher weisst, funktioniert die AHV nach Solidarprinzip und Generationenvertrag: Einzahlungen von (jüngeren) Versicherten werden zur Deckung der laufenden Renten genutzt. Hingegen ist die obligatorische berufliche Vorsorge im Grundsatz eine individuelle Altersvorsorge, in der erst deine Einkommensbestandteile über dem Koordinationsabzug versichert werden. Dementprechend sind 210 Franken weniger in der (individuellen) 2. Säule versichert, falls in deiner Pensionskasse keine abweichenden Regelungen gelten. Gleichzeitig erhöht sich die Obergrenze für den versicherten Lohn um 720 Franken auf 85’320 CHF. Das bedeutet, dass potentiell mehr von deinem Einkommen dem Pensionskassen-Sparen unterliegt.

Die seit 2015 ausgerichteten Hinterlassenen- und Invalidenrenten der 2. Säule steigen entsprechend der Inflation um 1.5 Prozent. Bereits vor 2015 laufenden Renten bleiben unverändert.

Der Maximalbetrag 2019 in der 3. Säule steigt auf 6’826 CHF

Von der Mindestrente der AHV werden auch andere Leistungen und Beitragssätze abgeleitet. Dazu gehört der Maximalbetrag, den du steuerfrei in die 3. Säule einzahlen kannst. Da 2019 die AHV-Mindestrente steigt, erhöht sich auch der Maximalbetrag in der Säule 3a für das Jahr 2019. Neu beträgt dieser:

  • Für Erwerbstätige mit Pensionskasse: CHF 6’826 (+58 CHF)
  • Für Selbständige ohne Pensionskasse: 20 % des Nettoerwerbseinkommens, maximal CHF 34’128 (+648 CHF)

Falls du selbständig bist und keine Pensionskasse hast, darfst du einen höheren Maximalbetrag nutzen. Dies damit du deine Vorsorgelücke selbst reduzieren kannst.

Deine Einzahlung in die 3. Säule des Schweizer Vorsorgesystems muss bis 31. Dezember des Jahres auf dem 3a-Konto erfolgt sein. Nur dann kannst du den Steuerabzug für das laufende Jahr für dich nutzen. Smarte Smolios zahlen diese bereits zu Jahresbeginn ein, denn so nutzt du die höhere Verzinsung des 3a-Kontos gegenüber einem Sparbuch oder Girokonto für dich. Geschickt ist auch, wenn du monatlich mit einem Dauerauftrag einzahlst. Erstens sparst du dann regelmässig und stellst sicher dass du den Maximalbetrag am Jahresende ausgeschöpft hast. Zweitens profitierst du im Fall einer Anlage in Wertschriften vom Durchschnittskosteneffekt.

In diesem Beitrag steht wie du die 3. Säule in Aktienanlagen investierst und welches 2019 die besten Angebote mit den geringsten Kosten für passive Säule 3a-Anlagen sind.

Also, worauf wartest du?

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Thomas verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise als Privatanleger in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Er gestaltet seit vielen Jahren einfache Kunden- und Serviceerlebnisse, bewegt Menschen und Organisationen und hat ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen von Menschen bei Finanzthemen gewonnen. Thomas bringt mit seinem Background als Doktor in Wirtschaftswissenschaften Themen einfach und pragmatisch auf den Punkt.
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