Schweizer Vorsorgesystem verstehen

Verhebt das? Wie stabil sind die 3 Säulen des Schweizer Rentensystems

Lesedauer 3 Minuten

Niedrigzinsumfeld, steigende Lebenserwartung, Rentenreform. Wir setzen in der Schweiz auf drei Säulen für unsere Vorsorge. Doch diese geraten aktuell mehr oder weniger ins Wanken. Inwieweit können wir uns darauf verlassen, dass wir im Alter genug Geld erhalten? Auf welche Säule können wir bauen?

Die drei Säulen des Schweizer Rentensystems sind bewusst unterschiedlich aufgebaut, sie verfolgen unterschiedliche Ziele und du kannst unterschiedlich viel herausholen. Gleichzeitig kämpfen die drei Säulen mit unterschiedlichen Herausforderungen. Diese loht es sich zu kennen, damit du weisst, worauf du bauen kannst.

Die 1. Säule, die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV ist eine Sozialversicherung. Sie ist für alle Einwohner der Schweiz verpflichtend, egal ob erwerbstätig oder nicht, egal welcher Nationalität. Die AHV soll sicherstellen, dass alle das Existenzminimum zum Leben haben. Auch nichterwerbstätige Personen wie z.B. Studierende, Pensionierte, Erwerbslose, Hausfrauen/Hausmänner und Kinder sind versichert. Beiträge musst du ab dem 1. Januar nach Vollendung deines 17. Lebensjahres zahlen, wenn du arbeitest, sonst ab Januar nach Voll­endung des 20. Lebensjahres. Wenn du über das ordentliche Rentenalter hinaus arbeitest, musst du auch weiter Beiträge zahlen.

Wichtig ist, dass die 1. Säule umlagefinanziert ist. Deine Beiträge werden gleich wieder an AHV-Empfänger ausgeschüttet. Deine AHV Rente im Alter wird wiederum durch die Beiträge jüngerer Generationen finanziert. Hier siehst du auch schon das Problem: Wir werden älter, die Geburtenrate ist tief und die jüngeren Generationen müssen länger für die älteren Generationen zahlen. Das System muss angepasst werden, soviel steht fest. Ob mit der Rentenreform 2020 oder einen künftigen Reform.

Die 2. Säule, die Berufliche Vorsorge BVG ist die Altersversicherung für Berufstätige. Als Arbeitnehmer und als Selbstständiger wahlweise zahlst du Beiträge an eine Pensionskasse. Dort häuft sich dein individuelles Polster fürs Alter an. Die 2. Säule ist kapitalgedeckt.   Sie gerät ebenso unter Druck aufgrund gestiegener Lebenserwartung und sinkender Zinsen.

Pensionskassen investieren dein Geld um Renditen zu erwirtschaften und dir im Alter etwas mehr für deine geleisteten Beiträge auszahlen zu können. Dabei müssen Pensionskassen sicherstellen, dass sie jederzeit ihren Leistungsverpflichtungen nachkommen können. Darum legen sie dein Guthaben nach wie vor hauptsächlich in Obligationen und Immobilien an, deren Wert weniger stark schwankt als der Wert von Aktien. Jedes Jahr müssen sie deinem Konto eine jährlich vom Bundesrat überprüfte und dann festgelegte Mindestverzinsung gutschreiben, die zuletzt im November 2017 auf 1% fixiert wurde.  Da das Zinsniveau seit Jahren sinkt, schichten Pensionskassen seit einiger Zeit zunehmend in Anlagen mit erwarteter höherer Rendite und entsprechend grösserer Schwankungsbreite wie beispielsweise Aktien um. Dennoch musst damit rechnen, dass die Mindestverzinsung in den nächsten Jahren nicht wieder steigt und du künftig höhere Beiträge leisten musst um dein Rentenniveau zu halten, weil die erzielte Kapitalrendite der Pensionskassen tiefer ist als früher.

Die 3. Säule ist die freiwillige Vorsorge. Die Säule 3a ist eine steuerbegünstigte Vorsorgeform. Du kannst pro Jahr aktuell 6’768 CHF steuerbefreit einzahlen und dir damit ein weiteres Polster für den Ruhestand schaffen. Auch die 3. Säule ist kapitalgedeckt und somit ebenfalls vom Niedrigzinsumfeld betroffen. Bei vielen Säule 3a Konten erhältst du aktuell nur noch 0.2% bis 0.3% Zinsen auf dein Guthaben. Du sparst zwar Steuern, verlierst aber eventuell an Vermögen über die Inflation. Investierst du in Säule 3a Fonds kannst du höhere Zinsen erwirtschaften, trägst aber entsprechend auch das Risiko am Aktienmarkt. So oder so ist die 3. Säule meist schlichtweg notwendig, um Vorsorgelücken zu schliessen und den Bedarf im Alter zu decken, wie das folgende Beispiel zeigt.

Im Beispiel siehst du die Vorsorgesituation eines unverheirateten Mannes mit Einkommen 78’000 CHF. In der Pensionskasse haben wir mit dem aktuellen Umwandlungssatz bei Pensionsalter 65 gerechnet, in der 3. Säule mit 0,4% Zins und einer regelmässigen Einzahlung des Maximalbetrags. Smolio verschafft dir schnell einen Überblick deiner Vorsorgesituation mit allen 3 Säulen: Mit der AHV, die deine Rente auf eine Maximum kappt, mit der Pensionskasse, bei der du je nach geleisteten Beiträgen auch mehr bekommst und mit der 3. Säule, die du bis zu einem bestimmten Betrag ausschöpfen kannst. Die Parameter deiner Vorsorge kannst du auf Smolio selbst einstellen.

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