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Finanzielle Ziele setzen – so gelingt der Start 2026

Finanzielle ziele setzen
Lesedauer 6 Minuten

Finanzielle Ziele setzen scheitert bei den meisten Menschen schon nach wenigen Wochen – weil die Ziele keine Verbindung zum eigenen Leben haben. Doch ohne Klarheit über deine aktuelle Situation bleiben gute Vorsätze nur Wunschdenken. Finde heraus, welche einfachen Fragen beim finanzielle Ziele setzen helfen. Und welche kleinen Schritte langfristig grosse Wirkung haben.​

Der Jahreswechsel fühlt sich wie ein Neustart an. Ein frischer Kalender, neue Möglichkeiten – und der Wunsch, dieses Mal wirklich etwas zu ändern. Viele Menschen nehmen sich gerade zum Jahreswechsel vor, endlich ihre Finanzen in den Griff zu bekommen und wollen finanzielle Ziele setzen. Mehr sparen, weniger ausgeben, die Altersvorsorge optimieren. Doch wenn der Februar kommt, sind die meisten Vorsätze bereits Geschichte.

Der Unterschied zwischen einem Ziel, das scheitert, und einem, das gelingt, liegt nicht in der Motivation. Er liegt in der Klarheit darüber, wo du stehst und was du ändern willst 💭. Echter Fortschritt entsteht nicht durch grosse Versprechen im Januar, sondern durch kleine, konsequente Schritte, die du Monat für Monat wiederholst. In der Schweiz halten zwar 60 % ihre Vorsätze länger als drei Monate durch, doch nur 13–20 % setzen sie das ganze Jahr über erfolgreich um – meist weil die Ziele zu vage formuliert sind und keine konkrete Umsetzungsstrategie haben.

Bevor du dich ans finanzielle Ziele setzen machst, lohnt sich ein ehrlicher Blick zurück. Was hat im vergangenen Jahr funktioniert? Was nicht? Und vor allem: Unterstützt dein Geld das Leben, das du leben möchtest? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für Veränderungen, die bleiben.

Warum finanzielle Ziele setzen oft scheitert

Die meisten finanziellen Ziele scheitern nicht aus Mangel an Willen, sondern weil sie zu abstrakt sind. «Mehr sparen» oder «besser mit Geld umgehen» klingen gut, geben dir aber keine Richtung. Was bedeutet «mehr sparen»? Wie sieht «besser mit Geld umgehen» konkret aus? Ohne messbare finanzielle Ziele bleibt alles beim Wunschdenken 🎯.

Hinzu kommt: Viele Ziele basieren auf dem, was andere tun oder was in Finanzratgebern steht – nicht auf dem, was für dein Leben Sinn ergibt. Du liest, dass eine Sparquote von 20 % ideal ist, und fühlst dich schuldig, wenn du nur 10 % schaffst. Dabei übersieht diese Rechnung deine persönliche Situation komplett. Der Schlüssel liegt darin, deine Ausgaben mit deinen Werten abzugleichen, statt blinden Regeln zu folgen. Also: wofür gibst du gern und mit gutem Gewissen Geld aus? Und wo «passiert es irgendwie einfach»?

Das grösste Problem ist aber ein anderes: Die meisten Menschen gehen ans finanzielle Ziele setzen, ohne zu verstehen, wo sie überhaupt stehen. Sie kennen ihre genauen monatlichen Ausgaben nicht, wissen nicht, wie viel am Jahresende übrig bleibt, und haben keine Ahnung, ob ihr Geld für das reicht, was ihnen wichtig ist. Ein Ziel ohne diese Grundlage ist wie eine Reise ohne Karte – du bewegst dich vielleicht, aber du weisst nicht wohin.

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Die Kraft der richtigen Fragen

Bevor du finanzielle Ziele definierst, brauchst du Klarheit über deine aktuelle Situation. Diese Klarheit gewinnst du nicht durch komplizierte Finanzanalysen, sondern durch ein paar einfache, ehrliche Fragen. Nimm dir dafür nur drei Minuten Zeit – keine ellenlangen Listen, keine aufwendigen Berechnungen.

Frag dich: Wie viel Geld habe ich dieses Jahr verdient, und war es genug für das Leben, das ich führen will? Diese Frage zwingt dich, über den Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebensqualität nachzudenken. Vielleicht stellst du fest, dass du mehr verdienst als vor zwei Jahren, aber trotzdem gestresster bist 😟. Oder dass dein Einkommen stabil ist, aber nie etwas übrig bleibt.

Die zweite Frage: Bin ich zufrieden damit, wofür ich mein Geld ausgegeben habe? Schweizer Haushalte sparen durchschnittlich pro Monat etwa 1’500 Franken – das entspricht einer Sparquote von 15%. Doch Sparen allein sagt nichts über Zufriedenheit aus. Hast du Geld für Dinge ausgegeben, die dir wirklich wichtig sind? Oder fliesst es in Verpflichtungen und Gewohnheiten, die du nie hinterfragt hast?​ Vielleicht magst du dazu mal in unseren Fachbeitrag zu den Geldfressern im Alltag schauen.

Die dritte Frage ist die schwierigste: Wie fühle ich mich, wenn ich jetzt auf meinen Kontostand schaue? Ruhig? Gestresst? Vermeidend? Deine emotionale Reaktion verrät mehr über deine finanzielle Gesundheit als jede Zahl. Eine hohe Sparquote gibt dir vor allem eines – Flexibilität, wenn sich deine Prioritäten ändern. Genau diese Flexibilität schafft das Gefühl von Kontrolle, das viele Menschen vermissen.

Finanzielle ziele setzen

Von der Reflexion «finanzielle Ziele setzen» zur Handlung

Die Reflexion allein ändert nichts. Sie ist nur der Startpunkt. Jetzt geht es darum, aus deinen Erkenntnissen konkrete Schritte abzuleiten – Schritte, die du tatsächlich umsetzen kannst, ohne dein Leben auf den Kopf zu stellen. Realistische finanzielle Ziele setzen: diese entstehen aus genau dieser Klarheit.

Der erste Schritt ist simpel: Mach einen Kassensturz. Verschaffe dir einen Überblick über deine Einnahmen, Ausgaben und dein aktuelles Vermögen 📊. Klingt banal, doch viele Menschen wissen nicht genau, wie viel Geld am Monatsende wirklich übrig bleibt. Ein einfaches Haushaltsbuch oder eine Tracking-App reicht dafür. Du brauchst keine perfekte Budgetplanung, sondern erst mal Klarheit über die Zahlen.

Der zweite Schritt: Definiere eine realistische Sparquote. Egal, wo du mit deiner Sparquote derzeit stehst. Erhöhe sie jährlich um nur 1 Prozentpunkt – etwa von 7% auf 8%, dann auf 9%. Das fühlt sich machbar an und summiert sich über die Jahre zu beträchtlichen Beträgen. Arbeite auch darauf hin, dein Einkommen zu steigern, denn dies hat langfristig einen grösseren Effekt auf deinen Vermögensaufbau als Ausgaben zu kürzen. Beides zusammen – bewusst sparen und Einkommen erhöhen – schafft echten Fortschritt.

Der dritte Schritt ist oft der wichtigste: Automatisiere deine Finanzen. Richte Daueraufträge ein für deine Säule 3a, deine Sparkonten oder Investitionen. So sparst du, bevor du die Chance hast, das Geld auszugeben. Was automatisch läuft, erfordert keine Disziplin mehr – es passiert einfach. Und vergiss dabei die Spassquote nicht: Plane bewusst Geld ein für Dinge, die dir Freude machen, ohne schlechtes Gewissen 🎉. Sparen funktioniert nur, wenn du dabei nicht das Leben vergisst, das du heute führst.

Kleine Schritte mit grosser Wirkung

Grosse Veränderungen entstehen nicht durch radikale Umbrüche, sondern durch kleine Gewohnheiten, die du konsequent wiederholst. Der Trick liegt darin, mit Dingen zu starten, die so einfach sind, dass du sie nicht aufschieben kannst. Diese kleinen Schritte helfen dir dabei, deine finanziellen Ziele zu erreichen.

👉 Erhöhe deine Säule 3a-Einzahlungen um 50 Franken pro Monat. Das sind 600 Franken im Jahr – kaum spürbar im Alltag, aber mit Zinseszins über 20 Jahre ein Unterschied von mehreren Tausend Franken. Wenn du heute schon einzahlst, erhöhe den Betrag. Wenn nicht, starte jetzt damit.

👉 Überprüfe deine Fixkosten einmal pro Jahr. Krankenkassenprämien, Abos, Versicherungen – viele Ausgaben laufen automatisch weiter, obwohl es günstigere Alternativen gibt. Eine Stunde Aufwand kann dir mehrere Hundert Franken im Jahr sparen. Einfachheit schlägt Komplexität in 99.9 % der Fälle. Du brauchst keine ausgefeilte Strategie, nur den Willen, einmal genau hinzuschauen 🔍​

👉 Richte ein separates Sparkonto für konkrete Ziele ein. Ob Notfallfonds, Weiterbildung, Steuern oder Sabbatical – wenn du Geld für ein bestimmtes Ziel parkst, gibst du ihm einen Zweck. Das macht Sparen greifbarer und motivierender.

👉 Der wichtigste Schritt ist aber ein anderer: Fang einfach an. Die meisten Menschen warten auf den perfekten Moment, die perfekte Strategie, das perfekte Budget. Doch perfekt wird es nie. Was heute zählt, ist nicht die Grösse deines Schritts, sondern dass du ihn gehst.

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Zusammenfassung: Finanzielle Ziele setzen

Finanzielle Ziele setzen scheitert meistens, weil sie zu vage sind und keine Verbindung zu deiner tatsächlichen Lebenssituation haben. Statt grosse finanzielle Ziele setzen, die bis Februar vergessen sind, brauchst du Klarheit über deine aktuelle finanzielle Lage. Diese gewinnst du durch einfache Fragen: Reicht dein Einkommen für das Leben, das du willst? Gibst du Geld für Dinge aus, die dir wichtig sind? Und wie fühlst du dich, wenn du auf deinen Kontostand schaust?

Aus dieser Reflexion entstehen konkrete Handlungen, mit denen du finanzielle Ziele setzen und erreichen kannst. Mach einen Kassensturz, definiere eine realistische Sparquote und automatisiere deine Finanzen, damit Sparen keine Willenssache mehr ist. Schweizer Haushalte sparen durchschnittlich 15 % ihres Einkommens – doch wichtiger als der Vergleich mit anderen ist, dass du eine Sparquote findest, die für dich funktioniert. Kleine Schritte haben langfristig grosse Wirkung.

Der Jahreswechsel ist eine Gelegenheit, nicht ein Versprechen. Was du heute änderst, muss nicht perfekt sein – es muss nur ein Anfang sein.

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Disclaimer

Wir haben für die Erstellung der Inhalte dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Fehler können wir trotzdem nicht ausschliessen und können keine Gewähr für inhaltliche Korrektheit, Aktualität des Inhalts und Vollständigkeit bieten. Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Wir bieten keine Anlage- oder Steuerberatung an und empfehlen Steuerfragen in jedem Fall mit einem Steuerexperten und/oder der zuständigen kantonalen Steuerverwaltung abzuklären. Jegliche Haftung wird abgelehnt.

Last update: 13.01.2026 17:43

Autor

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Thomas ist Experte für Finanz- und Vorsorgethemen mit über 30 Jahren Anlageerfahrung in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Als Stiftungsrat und Vizepräsident der Anlagekommission einer der grössten Schweizer Pensionskassen (über 13 Milliarden Anlagevermögen) kennt er die Herausforderungen bei Finanzentscheidungen aus erster Hand. Er bringt komplexe Themen mit seinem Hintergrund als promovierter Wirtschaftswissenschaftler einfach, unabhängig und pragmatisch auf den Punkt.
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