
Sandra aus Zürich plant seit Jahren ihre Pensionierung. Sie hat fleissig in die Säule 3a eingezahlt, ihr Guthaben in Wertschriften angelegt und von einem schönen Wertzuwachs profitiert. Jetzt, mit 54 Jahren, möchte sie endlich auch in ihre Pensionskasse einkaufen. Das Einkaufspotenzial auf ihrem Vorsorgeausweis zeigt 150 000 Franken. Sie füllt das Online-Formular ihrer Pensionskasse aus. Dann kommt die Überraschung: Die Pensionskasse fragt nach der Höhe ihres 3a-Guthabens. Das Ergebnis ernüchtert sie. Ihr effektives Einkaufspotenzial ist plötzlich viel kleiner als erwartet. Ihre Steuerplanung für die nächsten Jahre bricht in sich zusammen. Warum?
Ich höre immer wieder von genau solchen Situationen. Der Grund hat einen Namen: Die Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf. Wer den Mechanismus kennt, kann rechtzeitig gegensteuern.
Was ist ein Einkaufspotenzial in der Pensionskasse?
Die Pensionskasse berechnet jedes Jahr ein theoretisches Altersguthaben. Grundlage ist dein heutiger Lohn; die Pensionskasse tut so, als ob du seit dem 25. Lebensjahr immer gleich viel verdient hättest. Das ergibt das sogenannte reglementarische Altersguthaben. Dein tatsächliches Guthaben ist in der Regel aufgrund von Beitragslücken kleiner. Die Differenz zwischen dem reglementarischen und dem tatsächlichen Altersguthaben nennt sich Einkaufspotenzial.
Dieses Einkaufspotenzial steht auf deinem Vorsorgeausweis, den du jährlich von deiner Pensionskasse erhältst. Wer es ausschöpft, verbessert seine Altersrente und darf den eingezahlten Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Das macht den PK-Einkauf zu einem der wirkungsvollsten Steuersparinstrumente in der Schweiz, gerade in den Jahren kurz vor der Pensionierung.
Beitragslücken entstehen aus verschiedenen Gründen: Lohnerhöhungen, ein später Berufseinstieg, Auszeiten für Kinderbetreuung, längere Auslandsaufenthalte oder eine Scheidung. Auch wer früher selbstständig war und keine Pensionskasse hatte, weist nach dem Wechsel ins Angestelltenverhältnis oft ein substanzielles Einkaufspotenzial aus. Die Grundlagen der beruflichen Vorsorge (BVG) helfen, den Mechanismus besser einzuordnen.

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Warum stimmt das ausgewiesene Einkaufspotenzial auf dem Vorsorgeausweis nicht immer?
«Die Pensionskasse kennt nur, was sie schon von dir weiss.» Sie weiss, wie viel Altersguthaben du bei ihr angespart hast. Sie weiss, wie hoch dein Lohn ist. Was sie nicht weiss: wie viel Guthaben du auf Freizügigkeitskonten hast, ob du noch bei einer anderen Pensionskasse versichert bist und vor allem, wie hoch dein Säule-3a-Guthaben ist.
Dasselbe gilt für Freizügigkeitsguthaben. Wer in der Vergangenheit eine Stelle gewechselt hat und Vorsorgegelder nicht in die neue Pensionskasse übertragen, sondern auf einem Freizügigkeitskonto parkiert hat, muss wissen: Auch dieses Guthaben gehört zur zweiten Säule und reduziert das Einkaufspotenzial direkt. Viele Pensionskassen verlangen sogar, dass bestehende Freizügigkeitsguthaben vor einem Einkauf in die aktuelle Kasse transferiert werden.
Deshalb ergibt die Zahl auf dem Vorsorgeausweis nur ein vorläufiges Bild. Das effektive Einkaufspotenzial kann tiefer sein, manchmal deutlich tiefer. Wer das nicht weiss und auf Basis des Vorsorgeausweises eine Steuerplanung aufbaut, erlebt beim ersten ernsthaften Einkaufsversuch eine böse Überraschung. Genau das passiert Sandra.
Die Pensionskasse ist gesetzlich verpflichtet, beim Einkauf die vollständige Vorsorgesituation zu berücksichtigen. Dazu gehören Freizügigkeitsguthaben, Guthaben bei anderen Pensionskassen und das Säule-3a-Guthaben, sofern es einen bestimmten Referenzwert überschreitet. Erst wenn diese Positionen bekannt sind, lässt sich das tatsächliche Einkaufspotenzial berechnen.Deshalb die Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf.
Unser Tipp:
👉 Tipp: Bevor du eine Steuerplanung rund um PK-Einkäufe aufbaust, lass dein effektives Einkaufspotenzial direkt bei deiner Pensionskasse berechnen. Das Formular dafür stellt jede Pensionskasse zur Verfügung.
Wie rechnet die Pensionskasse dein 3a-Guthaben an?
Die gesetzliche Grundlage findet sich in Art. 60a Abs. 2 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2). Die Regel funktioniert so: Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlicht jährlich eine Tabelle. Sie zeigt, wie viel jemand maximal in die Säule 3a hätte einzahlen können, nach Jahrgang, ab dem vollendeten 25. Altersjahr. Das ist der Referenzwert. Die aktuelle Tabelle zum grösstmöglichen Stand des 3a-Guthabens kannst du direkt beim Bundesamt herunterladen.
Der Referenzwert basiert auf der Summe aller jährlichen Maximalbeiträge, die jemand seit dem 25. Lebensjahr hätte einzahlen können, aufgezinst zum jeweils gültigen BVG-Mindestzinssatz. Dieser Zinssatz ist historisch tief und lag in den letzten Jahren zwischen 1 % und 2,5 %. Das BSV publiziert die daraus resultierende Referenztabelle jährlich neu. Wer sein 3a-Guthaben in Aktien-ETF angelegt hat und dabei eine Rendite von 5 % oder mehr erzielt hat, überholt den Referenzwert mit der Zeit deutlich, selbst wenn er nie mehr als den Maximalbeitrag eingezahlt hat.

Liegt dein tatsächliches 3a-Guthaben unter diesem Referenzwert, hat es keinen Einfluss auf dein Einkaufspotenzial. Liegt es darüber, wird nur der Teil, der den Referenzwert übersteigt, vom Einkaufspotenzial abgezogen, nicht das gesamte 3a-Guthaben. Dieser Teil der Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf.
Ein Beispiel macht das greifbar. Sandra ist Jahrgang 1971. Der BSV-Referenzwert per Ende 2025 beträgt für ihren Jahrgang rund 244’000 Franken. Sie hat über die Jahre fleissig in die Säule 3a eingezahlt und ihr Guthaben in Wertschriften angelegt. Dank Wertzuwachs ist ihr 3a-Guthaben auf 310’000 Franken gewachsen. Der Überschuss gegenüber dem Referenzwert beträgt 66’000 Franken. Genau dieser Betrag wird von ihrem ausgewiesenen Einkaufspotenzial von 150’000 Franken abgezogen. Sandra kann somit nicht 150’000 Franken einzahlen, sondern nur noch 84’000 Franken.
Für Sandra bedeutet das: Statt ihre Steuerplanung über mehrere Jahre zu staffeln, muss sie diese von Grund auf neu aufbauen. Nicht weil sie falsch geplant hat, sondern weil niemand sie je darauf hingewiesen hatte: die Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf.
Nun eine wichtige Nuance: Obwohl die Überprüfung des 3a-Guthabens gesetzlich vorgeschrieben ist, setzen nicht alle Pensionskassen sie konsequent um. Manche fragen beim Einkauf schlicht nicht danach. Das klingt nach einem Vorteil. Aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Das Merkblatt des Kantons Aargau hält ausdrücklich fest, dass Steuerbehörden überprüfen können, ob die Bestimmungen zum Einkauf eingehalten wurden. Eine systematische Prüfung findet nicht statt; es gibt aber keine Garantie, dass ein zu hoch geltend gemachter Abzug unbemerkt bleibt. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt das effektive Einkaufspotenzial von der Pensionskasse offiziell berechnen und bestätigen, bevor er den Abzug in der Steuererklärung geltend macht.
Wer ist häufig von der Kürzung des PK-Einkaufs durch die Säule 3a betroffen?
Nicht alle sind gleichermassen betroffen. Ich stelle immer wieder zwei Personengruppen fest, die vom Thema «Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf» besonders häufig betroffen sind.
Die erste Gruppe sind Menschen, die seit Jahren oder Jahrzehnten konsequent in die Säule 3a einzahlen und ihr Guthaben klug in Wertschriften angelegt haben. Wer seit dem 25. Lebensjahr jährlich den Maximalbetrag einzahlt und dabei eine solide Rendite erzielt, kann den BSV-Referenzwert mit der Zeit deutlich übertreffen. Der Referenzwert basiert auf kumulierten Maximalbeiträgen zum BVG-Mindestzinssatz. Wer in Aktien-ETF investiert hat, erzielt in guten Börsenjahren weit mehr.
Genau das ist Sandras Situation: Nicht übermässiges Sparen hat ihr Einkaufspotenzial gekürzt, sondern gutes Anlegen. Das ist eine bittere Ironie. Wer die Säule 3a optimal genutzt hat, stösst beim PK-Einkauf früher an Grenzen als jemand, der das Geld jahrelang auf einem unverzinsten Sparkonto liegen liess. Wer plant, seine Säule 3a kurz vor der Pensionierung noch einmal zu optimieren, sollte deshalb immer auch das Einkaufspotenzial in der Pensionskasse im Blick behalten.
Die zweite Gruppe sind Personen, die früher selbstständig waren und dabei den grossen Säule-3a-Abzug genutzt haben. Auch für sie gilt: die Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf. Wer ohne Pensionskasse selbstständig war, durfte bis zu 20 % des Nettoerwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal 36’288 Franken pro Jahr (Stand 2026). Das ist fast fünfmal so viel wie der kleine Abzug für Angestellte. Wer zehn oder fünfzehn Jahre selbstständig war und dabei konsequent eingezahlt hat, baut ein 3a-Guthaben auf, das den BSV-Referenzwert für Angestellte weit übersteigt. Nach dem Wechsel ins Angestelltenverhältnis trifft dieser Überschuss auf das neue Einkaufspotenzial in der Pensionskasse; er kürzt es direkt.

Was kannst du tun, wenn dein 3a-Guthaben den PK-Einkauf kürzt?
Sandra ist nicht die Erste, die von Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf überrascht wird. Doch sie ist nicht chancenlos. Es gibt Strategien. Sie lassen sich in zwei Grundprinzipien einteilen. Entweder erhöhst du das Einkaufspotenzial auf Seite Pensionskasse. Oder du reduzierst den anrechenbaren Überschuss in der Säule 3a. Welche Strategie passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Das 3a-Guthaben reduzieren
Die direkteste Möglichkeit ist ein Vorbezug aus der Säule 3a für selbstbewohntes Wohneigentum. Wer eine Hypothek auf der eigenen Liegenschaft hat, kann 3a-Guthaben einsetzen, um diese zu amortisieren. Das reduziert den Kontostand und damit den Überschuss gegenüber dem BSV-Referenzwert. Ich kenne einen Klienten, der genau diesen Weg gewählt hat: Er hat zunächst seine dank Wertschriften stark gewachsene Säule 3a für den Kauf einer selbstgenutzen Wohnung eingesetzt. Damit sank sein 3a-Guthaben unter den Referenzwert; er konnte anschliessend wieder in die Pensionskasse einzahlen und parallel neu in die Säule 3a investieren. 👉 Wichtig: Ein Vorbezug aus der Säule 3a für Wohneigentum ist nur für selbstbewohntes Eigentum zulässig, nicht für Renditeobjekte.
Das Einkaufspotenzial auf Seite Pensionskasse erhöhen
Eine zweite Möglichkeit ist der gestaffelte Bezug einzelner 3a-Konten. Wer mehrere 3a-Gefässe aufgebaut hat, kann in den Jahren vor der Pensionierung einzelne Konten auflösen und damit den anrechenbaren Betrag schrittweise senken. Das setzt voraus, dass du die Konten rechtzeitig aufgeteilt hast; die Fünf-Kontenregel und eine frühzeitige Planung zahlen sich hier doppelt aus.
Wer kein Wohneigentum hat, aber trotzdem nicht mehr in die Pensionskasse einkaufen kann, sollte prüfen, ob verpasste 3a-Beiträge nachgezahlt werden können. Seit 2026 ist es möglich, Beitragslücken aus dem Jahr 2025 rückwirkend zu schliessen. Das ist kein direkter Weg zur Erhöhung des PK-Einkaufspotenzials, aber eine sinnvolle Alternative, um die Steuerersparnis trotzdem zu erzielen. Mehr dazu im Artikel Säule 3a nachzahlen.
Viele Pensionskassen bieten verschiedene Sparvarianten mit unterschiedlich hohen Beitragssätzen an. Wer die höchste Beitragsskala wählt, erhöht das reglementarische Sparziel und damit automatisch das Einkaufspotenzial. Das ist eine elegante Lösung, weil sie keine Reduktion des 3a-Guthabens erfordert. Es lohnt sich, beim Arbeitgeber oder direkt bei der Pensionskasse nachzufragen, ob eine höhere Sparvariante verfügbar ist.
Eine weitere Option besteht im Wechsel der Pensionskasse. Das Einkaufspotenzial ist nicht in Stein gemeisselt; es hängt direkt vom Vorsorgeplan und vom Reglement der jeweiligen Pensionskasse ab. Wer in eine Kasse mit höherem reglementarischen Sparziel wechselt, kann damit das Einkaufspotenzial substanziell erhöhen. In der Praxis ist diese Option aber fast ausschliesslich für Selbständige relevant, die ihre Pensionskasse frei wählen können. Angestellte sind automatisch der Pensionskasse ihres Arbeitgebers angeschlossen. Die wenigsten werden mit 55 Jahren den Arbeitgeber wechseln, nur um ein besseres Einkaufspotenzial zu erhalten.
Bevor du eine dieser Strategien gegen «Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf» umsetzt, lohnt es sich, das effektive Einkaufspotenzial von deiner Pensionskasse offiziell berechnen zu lassen. Viele Kassen bieten dafür ein Formular an. Die Checkliste für den Pensionskassen-Einkauf gibt dir ausserdem einen strukturierten Überblick über alle Schritte, die vor einem Einkauf zu klären sind. Wer die steuerlichen Details rund um Sperrfristen und Abzüge vertiefen möchte, findet im Artikel Einkauf Pensionskasse: Sperrfrist und Steuerabzug die wichtigsten Antworten.
Wer seine Situation nicht alleine durchrechnen möchte, kann das in einem Coaching-Gespräch tun, ohne Produktverkauf, dafür mit konkreten Zahlen. 🧮
Hilft ein Transfer aus der Säule 3a in die Pensionskasse?
Wer mit einem hohen 3a-Guthaben konfrontiert ist, kommt schnell auf eine naheliegende Idee: Wenn das 3a-Guthaben das Problem ist, könnte ich es doch einfach das 3a-Guthaben in die Pensionskasse transferieren und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das 3a-Guthaben sinkt, und das Altersguthaben in der PK steigt. Klingt logisch. Funktioniert aber nicht so, wie man es erwartet. Sandras Zahlen zeigen, warum.
Sandra überlegt: Wenn ich 50 000 Franken aus der Säule 3a in die Pensionskasse transferiere, sinkt mein 3a-Guthaben. Damit müsste doch auch die Kürzung kleiner werden? Schauen wir uns das in der Tabelle an.
| Position | vorher | Nach Transfer 50’000 Fr. |
|---|---|---|
| Einkaufspotenzial laut Vorsorgeausweis | 150 000 Fr. | 100 000 Fr. |
| BSV-Referenzwert Jahrgang 1973 (per 31.12.2025) | 244 000 Fr. | 244 000 Fr. |
| Tatsächliches 3a-Guthaben | 310 000 Fr. | 260 000 Fr. |
| Überschuss 3a über Referenzwert | 66 000 Fr. | 16 000 Fr. |
| Kürzung des Einkaufspotenzials | 66 000 Fr. | 16 000 Fr. |
| Effektives Einkaufspotenzial | 84 000 Fr. | 84 000 Fr. |
Das effektive Einkaufspotenzial ist nach dem Transfer identisch. Warum? Weil sich beide Seiten der Gleichung um exakt denselben Betrag verschieben. Das Einkaufspotenzial laut Vorsorgeausweis sinkt um 50 000 Franken, weil das Altersguthaben in der PK gestiegen ist. Gleichzeitig sinkt die Kürzung durch den 3a-Überschuss um 50 000 Franken, weil das 3a-Guthaben kleiner geworden ist. Die zwei Effekte heben sich exakt auf.
Der Transfer verschiebt das Problem, er löst es nicht. Was hilft stattdessen? Das 3a-Guthaben muss aus dem Vorsorgesystem heraus, nicht innerhalb davon verschoben werden. Ein WEF-Vorbezug für selbst bewohntes Wohneigentum oder der gestaffelte Bezug einzelner 3a-Konten reduzieren den anrechenbaren Überschuss effektiv. Der Transfer in die PK tut das nicht.

Zusammenfassung: Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf
Das ausgewiesene Einkaufspotenzial auf dem Vorsorgeausweis ist nicht immer das effektive Einkaufspotenzial. Wer ein hohes 3a-Guthaben aufgebaut hat, durch langjähriges Einzahlen mit gutem Anlageerfolg oder durch Jahre als Selbständiger ohne Pensionskasse, muss vor jedem PK-Einkauf prüfen, ob sein 3a-Guthaben den BSV-Referenzwert übersteigt. Der Überschuss wird direkt vom Einkaufspotenzial abgezogen. Die rechtliche Grundlage dafür ist Art. 60a Abs. 2 BVV 2.
Die Überraschung, die Sandra erlebt hat, ist kein Einzelfall. Ich höre immer wieder von Menschen, deren sorgfältig aufgebaute Vorsorgeplanung an genau dieser Stelle ins Stocken gerät. Wer früh genug hinschaut, hat aber Handlungsspielraum: durch einen WEF-Vorbezug aus der Säule 3a, durch den gestaffelten Bezug einzelner 3a-Konten oder durch die Erhöhung der Sparvariante in der Pensionskasse.
Die wichtigste Botschaft: Lass das effektive Einkaufspotenzial von deiner Pensionskasse offiziell berechnen, bevor du eine Steuerplanung auf Basis des Vorsorgeausweises aufbaust. Eine böse Überraschung beim Einzahlungsformular ist vermeidbar, wenn du rechtzeitig fragst. 🎯

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FAQ zum Thema Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf
Kann ich in die Pensionskasse einkaufen, wenn ich früher selbstständig war?
Ja. Wer heute einer Pensionskasse angeschlossen ist und ein Einkaufspotenzial ausweist, kann sich einkaufen. Wer früher selbstständig war und dabei viel in die Säule 3a eingezahlt hat, muss aber prüfen, ob das aufgebaute 3a-Guthaben den BSV-Referenzwert übersteigt. Ist das der Fall, kürzt der Überschuss das Einkaufspotenzial direkt. Das effektive Einkaufspotenzial lässt sich bei der Pensionskasse offiziell berechnen.
Was passiert, wenn ich einen WEF-Vorbezug gemacht habe? Kann ich dann noch in die PK einkaufen?
Nein, nicht direkt. Wer einen Vorbezug für Wohneigentum (WEF) aus der Pensionskasse getätigt hat, muss diesen zuerst vollständig zurückzahlen, bevor ein steuerlich wirksamer Einkauf möglich ist. Erst nach vollständiger Rückzahlung öffnet sich das Einkaufspotenzial wieder. Das zurückbezahlte Guthaben wird am Jahresende zum BVG-Mindestzinssatz verzinst, genau wie das übrige Altersguthaben.
Wird das 3a-Guthaben meines Partners beim PK-Einkauf auch angerechnet?
Nein. Die Berechnung des Einkaufspotenzials erfolgt pro Person. Das 3a-Guthaben des Partners fliesst nicht in deine Berechnung ein. Dessen Säule 3a kürzt den Pensionskassen-Einkauf also nicht. Jede Person wird individuell beurteilt, auf Basis ihres eigenen 3a-Guthabens, ihres eigenen Freizügigkeitsguthabens und ihres eigenen Altersguthabens in der Pensionskasse.
Wie kann ich das effektive PK-Einkaufspotenzial berechnen lassen?
Du wendest dich direkt an deine Pensionskasse und verlangst eine individuelle Berechnung des Einkaufspotenzials. Die meisten Kassen stellen dafür ein Formular zur Verfügung, in dem du dein 3a-Guthaben, allfällige Freizügigkeitsguthaben und weitere relevante Angaben einträgst. Auf Basis dieser Angaben berechnet die Pensionskasse dein effektives Einkaufspotenzial und bestätigt es schriftlich.
Last update: 25.05.2026 19:08

