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Black Friday sparen: Rabatt ist nicht gespart

Black friday sparen
Lesedauer 6 Minuten

Black Friday sparen klingt gut, geht aber nur auf einem Weg, nämlich indem du etwas nicht kaufst. Ein Rabatt macht eine Ausgabe nur kleiner; sie bleibt eine Ausgabe. Erfahre, wann sich der Aktionstag trotzdem lohnt und wie du dem Kaufdruck entkommst.

Lohnt sich Black Friday wirklich?

Nimm Lena, 35, aus Bern. Ihr Laptop ist zwar schon dreijährig, aber läuft einwandfrei, doch im Onlineshop steht ein neues Modell für 700 statt 1’100 Franken. «36 % gespart», blinkt es daneben. Lena fühlt sich wie eine Gewinnerin und klickt auf «In den Warenkorb». 🛒

Der Denkfehler steckt in den 700 Franken. Lena gibt 700 Franken aus, die sie bis heute nicht ausgegeben hat. Ihr Konto ist 700 Franken leichter; gespart ist nichts. Gespart ist der Betrag nur, wenn Lena den Laptop im Regal lässt.

Lena ist nicht allein. Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) untersucht den Black Friday 2025 aus Sicht des Handels. Jede Person kaufte demnach im Schnitt drei Produkte im Gesamtwert von rund 200 Franken. Der durchschnittliche Rabatt lag bei 30 %. Zwei Drittel der Befragten halten den Aktionstag für überbewertet, und nur eine kleine Minderheit glaubt, dabei Geld zu sparen.

Dass der Tag zieht, zeigen Zahlungsdaten der Universität St. Gallen. Am 28. November 2025 lag der Umsatz im Nonfood-Detailhandel um 98 % über dem gleichen Wochentag der Vorwoche.

Die Reue folgt danach. Eine Demoscope-Umfrage zeigt, dass 2020 zwei Drittel der 15- bis 34-Jährigen mindestens einen Black-Friday-Kauf bereuten.

Black Friday lohnt sich also nur bei Dingen, die du ohnehin brauchst. Für alles andere gibst du Geld aus, an das du vorher keinen Gedanken verschwendet hast.

Wann ist Black Friday und wie lange dauert die Black Week?

Black Friday fällt auf den Freitag nach Thanksgiving, also nach dem vierten Donnerstag im November. Der Cyber Monday folgt am Montag danach. Wann die Black Week beginnt und endet, legt jeder Händler selbst fest. Die Grenzen zwischen Black Friday, Black Week und Cyber Monday verschwimmen deshalb.

Das Datum sagt nichts über den Preis. Ein Angebot wird nicht echter, nur weil es am Freitag läuft.

Black friday sparen

Sind die Rabatte am Black Friday echt?

Ja, aber nicht jede rote Zahl hält, was sie verspricht. Nach der Preisbekanntgabeverordnung (PBV) darf ein Händler einen höheren Vergleichspreis nur nennen, wenn er ihn tatsächlich verlangt hat oder die Konkurrenz ihn überwiegend verlangt. Verlangt hat er ihn, wenn er ihn unmittelbar vor der Aktion oder mindestens 30 aufeinanderfolgende Tage lang angewandt hat. Für unverbindliche Herstellerempfehlungen gilt nur der Vergleich mit der Konkurrenz.

In der Praxis bleibt eine Lücke. Konsumentenschützer kritisieren, dass sich Rabatte immer wieder auf veraltete Preise oder auf unverbindliche Herstellerempfehlungen stützen, wie der Blick berichtet.

Wie gross das Problem sein kann, zeigt die EU. Die EU-Kommission hat Rabatte bei Black Friday und Cyber Monday geprüft. 30 % der 314 kontrollierten Online-Händler gaben ihren Rabatt falsch an. Für die Schweiz fehlt eine solche Zahl, und die Regeln unterscheiden sich. 🔍

Meine Einschätzung ist, dass die Grössenordnung in der Schweiz ähnlich liegt. Doch das grössere Problem ist der echte Rabatt auf etwas, das du gar nicht brauchst.

Unser Tipp: Preisverlauf prüfen

👉 Schau dir vor dem Kauf den Preisverlauf der letzten Wochen an; viele Vergleichsportale zeigen ihn. Kostete das Produkt schon vorher so viel, ist der Rabatt keiner.

Warum kaufen wir am Black Friday mehr, als wir wollen?

Kaum ist Halloween vorbei, folgen Black Friday und Weihnachten. Jedes Jahr schreit dich dieselbe Rabattmaschine mit fetten roten Bannern an. Der Aktionstag lebt von Zeitdruck. Countdown-Zähler und Hinweise wie «nur noch 3 Stück» sollen dich klicken lassen, bevor du nachdenkst. Die EU-Kontrolle fand bei 18 % der Händler aggressive Verkaufstechniken, und über die Hälfte davon war irreführend. ⏰

Dazu kommt unser Gehirn. Ein Prozentzeichen verspricht eine Belohnung sofort, während der Nutzen von Erspartem Jahre entfernt liegt. Wie stark diese Sofortbelohnung zieht, steht im Fachartikel «Instant Gratification: Konzert ja, Vorsorge nein?». Der Rabatt-Sticker ist das Zückerli an der Kasse, nur grösser und roter.

Die Kreditkarte macht es dir leichter. Wer mit Karte oder Smartphone zahlt, spürt den Abfluss weniger als bei Bargeld. Mehr dazu findest du im Fachartikel «Pain of Paying: Warum du mit der Kreditkarte mehr ausgibst».

Black friday sparen

Ist günstiger gekauft auch gespart?

Dein Geld kann zwei Dinge tun. Es kauft einen Vermögenswert, der Geld einbringt oder Wert behält, oder es kauft eine Verpflichtung, die Geld kostet und Wert verliert. Elektroartikel wie Fernseher, Smartphones und Laptops verlieren besonders schnell an Wert, wie der Beobachter schreibt. Sie gehören damit zur zweiten Gruppe. Den Unterschied im Detail liest du im Fachartikel «So wirken Vermögenswerte und Verpflichtungen auf deine finanzielle Unabhängigkeit».

Zurück zu Lena. Sie zahlt 700 Franken für ein Gerät, das jeden Monat weniger wert ist, und besitzt längst einen funktionierenden Laptop. Legt sie die 700 Franken stattdessen langfristig an, wachsen sie bei angenommenen 7 % pro Jahr real in 20 Jahren auf rund 2’710 Franken. Die 7 % orientieren sich an der Realrendite Schweizer Aktien in der Pictet-Langzeitstudie, abzüglich 0.5 Prozentpunkten Kosten. Sie sind eine Annahme und keine Prognose. Das Ergebnis gilt in heutiger Kaufkraft. Wie der Zinseszins dabei arbeitet, findest du im Fachartikel «Zinseszins-Effekt: Dein Verbündeter für die Altersvorsorge».

Häufiges Missverständnis: Mit Wunschliste und Budget wird Black Friday zum Sparen

Ich habe die gängigen Ratgeber durchgesehen; fast alle empfehlen eine Wunschliste. Das hilft nur bei geplanten Käufen. Steht darauf etwas, das du bisher nicht hattest, ist es zusätzlicher Konsum und damit eine zusätzliche Ausgabe. In den seltensten Fällen ist es eine Investition für dein Geschäft; fast immer ist es privater Konsum.

Wann lohnt sich Black Friday trotzdem?

Es gibt einen Fall. Du brauchst etwas ohnehin, und der Kauf steht an. Das GDI beziffert den Anteil solcher Käufe auf 72 %. In diesem Fall zahlst du am Aktionstag weniger als sonst, vorausgesetzt der Rabatt ist echt. Sparen nenne ich das trotzdem nicht, denn das Geld ist weg. Es ist aber der einzige Fall, in dem der Aktionstag Sinn ergibt.

Ich handle selbst danach. Ein Software-Abo schliesse oder verlängere ich erst im Aktionszeitraum, weil einige Anbieter dann Rabatte geben. Alles andere kaufe ich, wenn ich es brauche, und nicht dann, wenn es angeblich besonders günstig ist.

Lies bei Abos das Kleingedruckte. Nach meiner Erfahrung gilt bei manchen Anbietern der Rabatt nur für Neukunden oder nur für das erste Jahr, danach läuft das Abo zum Normalpreis weiter. 💻

Unser Tipp: Abos gezielt abschliessen

👉 Notiere dir vor jedem Abschluss Verlängerungspreis und Kündigungsfrist.

Willst du dir etwas einfach gönnen, gehört es in die Spassquote deines Budgets. Wie du sie planst, erfährst du im Fachartikel «Spass muss sein. Budgetplanung mit Spassquote».

Wie entziehe ich mich dem Kaufdruck?

Ein paar Regeln unterstützen dich dabei, dass du dich am Black Friday nicht auf deine Willenskraft verlassen musst.

  • Bestelle die Newsletter und Push-Meldungen der Shops ab. Was du nicht siehst, verführt dich nicht. 🔕
  • Verzichte auf Ratenkäufe. «Buy now, pay later» teilt den Betrag auf, doch er bleibt derselbe, und die Raten laufen im Dezember und Januar auf. Wie du dich auf den Januar vorbereitest, steht im Fachartikel «Konsumrausch im Dezember. So bereitest du dich auf das Januarloch vor».
  • Gib Geld dort aus, wo es dir etwas bedeutet. Das Prinzip findest du im Fachartikel «Intentional Spending: Geld bewusst ausgeben».

Unser Tipp: Eine Nacht Abstand

👉 Lass jeden Wunsch, der nicht auf deinem Plan steht, 24 Stunden im Warenkorb liegen, ohne zu bezahlen. Meldet er sich am nächsten Tag noch, prüfe ihn gegen dein Budget.

Wann hast du zuletzt bereut, etwas nicht gekauft zu haben?

Black friday sparen

Zusammenfassung: Black Friday sparen

Black Friday sparen gelingt nur, wenn du nicht kaufst. Ein Rabatt macht eine Ausgabe kleiner, aber nicht zur Ersparnis. In der Schweiz sind Vergleichspreise zwar recht genau geregelt, aber das schützt dich trotzdem nicht vor dem Kauf eines Produkts, das du gar nicht brauchst.

Lohnen kann sich der Aktionstag bei Dingen, die ohnehin anstehen. Dort zahlst du weniger, sofern der Rabatt echt ist und du bei Abos den Verlängerungspreis prüfst.

Ich kaufe Abos zu Aktionen und alles andere dann, wenn ich es brauche. Ein Vermögenswert behält oder mehrt seinen Wert; ein Gerät verliert ihn jedes Jahr.

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Häufige Fragen zum Thema Black Friday sparen

Wann ist Black Friday?

Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, also nach dem vierten Donnerstag im November. Der Cyber Monday folgt am Montag danach.

Was ist der Unterschied zwischen Black Friday und Cyber Monday?

Der Cyber Monday ist der Montag nach dem Black Friday. Konsumentenschützer sagen, dass einige Produkte erst dann richtig günstig werden.

Lohnt sich Black Friday?

Nur bei Käufen, die ohnehin anstehen. Das GDI beziffert den Anteil solcher Käufe auf 72 %; für alles andere ist ein Rabatt eine zusätzliche Ausgabe.

Sind Black-Friday-Rabatte echt?

Die Preisbekanntgabeverordnung regelt Vergleichspreise genau, doch Konsumentenschützer kritisieren veraltete Preise und Herstellerempfehlungen als Bezugsgrösse. Prüfe deshalb den Preisverlauf, bevor du kaufst.

Wie erkenne ich einen echten Rabatt?

Er ist echt, wenn der Händler das Produkt vorher wirklich zum höheren Preis angeboten hat. Vergleiche den Preisverlauf und den Preis bei anderen Händlern.

Wie vermeide ich Impulskäufe am Black Friday?

Lass Wünsche 24 Stunden im Warenkorb liegen, bestelle Shop-Newsletter ab und zahle nicht in Raten.

Disclaimer

Der Inhalt dieses Artikels dient ausschliesslich zu Weiterbildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung, Finanzempfehlungen oder Werbematerial dar.

Wir haben für die Erstellung der Inhalte dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Fehler können wir trotzdem nicht ausschliessen und können keine Gewähr für inhaltliche Korrektheit, Aktualität des Inhalts und Vollständigkeit bieten. Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Wir bieten keine Anlage- oder Steuerberatung an und empfehlen Steuerfragen in jedem Fall mit einem Steuerexperten und/oder der zuständigen kantonalen Steuerverwaltung abzuklären. Jegliche Haftung wird abgelehnt. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, die im schlimmsten Fall zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können.

Last update: 01.11.2026 18:06

Autor

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Ich bin Finanzcoach und Gründer von Smolio, der unabhängigen Plattform für Vorsorge- und Finanzthemen in der Schweiz. Hier zeige ich dir, wie das Schweizer 3-Säulen-System, die Säule 3a und deine Pensionskasse für dich konkret funktionieren, ohne dass ich dir dabei Finanzprodukte verkaufe.Meine Erfahrung stammt nicht nur aus der Theorie. Als Stiftungsrat und Vizepräsident der Anlagekommission bei comPlan, der Pensionskasse der Swisscom, sitze ich seit Jahren mittendrin in den Entscheidungen, die deine zweite Säule betreffen. Nebenbei doziere ich an der FHGR und an der HSLU/IFZ und habe zwei Bücher geschrieben, «Mehr Geld zum Leben» mit dem FISS-Budgetmodell sowie «Retire Early, The Simple Guide» zur finanziellen Unabhängigkeit.Seit über 30 Jahren bin ich selbst Privatanleger, mittlerweile in fast allen Anlageklassen und über zwei Vorsorgesysteme hinweg. Genau dieses Erfahrungswissen, kombiniert mit meiner Arbeit bei comPlan und meinem Doktortitel in Wirtschaftsinformatik, ist die Basis von allem, was du auf Smolio liest.Dabei ist mir eine klare Rolle wichtig. Ich bin Finanzcoach mit viel Praxiswissen und kein zertifizierter oder regulierter Berater. Du liest meine Meinung und meine fundierten Erfahrungen, triffst aber alle Entscheidungen in eigener Verantwortung.
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