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BVG-Mindestzins 2027: Kommission empfiehlt 1,75 %

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Markus, 44, unterschreibt seinen neuen Arbeitsvertrag für den 1. November und denkt dabei an den neuen Lohn, nicht an seine Pensionskasse. Der BVG-Mindestzins soll ab 2027 auf 1,75 % steigen. Finde heraus, was das für dich bedeutet, wenn du die Stelle wechselst oder dich pensionieren lässt.

Stand 7. September 2026: Die BVG-Kommission hat dem Bundesrat die Erhöhung auf 1,75 % für das Jahr 2027 empfohlen. Den definitiven Entscheid fällt der Bundesrat voraussichtlich im November 2026. Die Erhöhung gilt nicht rückwirkend: Wer im Jahr 2026 die Stelle wechselt, erhält weiterhin den bisherigen Mindestzins von 1,25 %.

Wie hoch ist der BVG-Mindestzins 2027?

Die Eidgenössische Kommission für berufliche Vorsorge, kurz BVG-Kommission, berät den Bundesrat in Fragen der 2. Säule. Sie ist paritätisch besetzt, mit Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmenden und Vorsorgeeinrichtungen. Ende August 2026 hat sie dem Bundesrat empfohlen, den BVG-Mindestzinssatz für 2027 von aktuell 1,25 % auf 1,75 % anzuheben. Im Alltag sagt man meist einfach «Mindestzins» dazu.

Mit dem Mindestzins wird bestimmt, zu wie viel Prozent das Vorsorgeguthaben im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss. Ein Blick in die Zeitreihe seit 1985 zeigt, wie aussergewöhnlich dieser Schritt ist. 🧮 Nach oben hin bewegte sich der Mindestzins bisher immer nur in Schritten von 0,25 Prozentpunkten, etwa 2005, 2008 oder 2024. Grössere Sprünge von 0,5 bis sogar 1,0 Prozentpunkten gab es zwar auch früher, aber ausschliesslich bei Senkungen, etwa 2003, 2004 oder 2009. Wie Smolio-Recherchen zeigen, ist die für 2027 empfohlene Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte der grösste Erhöhungsschritt seit Einführung der zweijährlichen Überprüfung 2003.

Wie wird der BVG-Mindestzins berechnet?

Die Kommission stützt sich dabei nicht auf Stimmungslage oder politische Verhandlung, sondern auf ein Set definierter Kriterien. Massgebend sind gemäss Gesetz die Rendite der Bundesobligationen sowie die Entwicklung von Aktien, Anleihen und Liegenschaften, gemessen am Pictet BVG 2005-25 Index, wie der Berufsverband der Pensionskassen erläutert. Dazu kommen weitere Faktoren wie die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen, die Lohnentwicklung und die Teuerung.

Ganz automatisch läuft das Verfahren allerdings nicht ab. Die Kommission wägt die Formelwerte gegen ihr eigenes Ermessen ab. Die gute Entwicklung an den Finanzmärkten 2025 und 2026 spricht deshalb für eine höhere Verzinsung. 📊

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Welche Auswirkungen hat der BVG-Mindestzins 2027 bei einem Stellenwechsel?

Die meisten Vorsorgeeinrichtungen verzinsen nachschüssig. Der effektive Jahreszins wird erst in der letzten Sitzung des Jahres oder Anfang des neuen Jahres festgelegt. Er gilt nur für Versicherte, die zum 31. Dezember noch in der Pensionskasse versichert sind. Wer die Stelle vorher wechselt, erhält für die Monate bis zum Austritt nicht den vollen Kassenzins, sondern lediglich den gesetzlichen BVG-Mindestzins.

Häufiges Missverständnis: unterjährige Verzinsung des Altersguthabens

👉 Viele gehen davon aus, dass sie beim Stellenwechsel anteilig den effektiven Jahreszins ihrer bisherigen Kasse erhalten. Doch das trifft bei der grossen Mehrheit der Kassen nicht zu, weil das nachschüssige Modell dominiert. Die Erhöhung des Mindestzinses ist deshalb für alle, die 2027 die Stelle wechseln, eine spürbare, unmittelbare Verbesserung. Das gilt auch, wenn ihre neue oder alte Kasse sonst grosszügiger verzinst.

Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Markus, 44, tritt seine neue Stelle am 1. November 2027 an. Für die zehn Monate Januar bis Oktober bleibt er bei seiner bisherigen Kasse versichert, bekommt aber nur den BVG-Mindestzins gutgeschrieben. Sein Altersguthaben beträgt 300’000 Franken. Zwischen dem alten Satz von 1,25 % und dem neuen Satz von 1,75 % liegt eine Differenz von 0,5 Prozentpunkten. Allein in dieser Übergangszeit macht das für Markus rund 1’250 Franken mehr Zins aus. Die gesetzliche Untergrenze steigt, und die zählt für ihn während dieser Monate ohnehin allein.

Wer profitiert am meisten vom höheren BVG-Mindestzins?

Am direktesten wirkt sich die Erhöhung bei sogenannten BVG-nahen Vorsorgeeinrichtungen aus, dazu zählen etwa Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen. Diese Kassen versichern ganze Branchen mit tieferen Durchschnittslöhnen und ohne überobligatorische Zusatzpläne, etwa im Gastgewerbe oder im Detailhandel. Für die Versicherten dort ist der BVG-Mindestzins faktisch der einzige Zins, den ihr Altersguthaben erhält. Wie viel Spielraum eine Kasse über das gesetzliche Minimum hinaus überhaupt hat, hängt dabei nicht nur von der Marktentwicklung ab, sondern auch von ihren finanziellen Reserven und von ihrer demografischen Struktur. Das ist das Verhältnis von aktiv Versicherten zu Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern.

Auch Kassen mit umhüllenden Plänen sind betroffen, selbst wenn sie ihren Versicherten ohnehin mehr als das Minimum gutschreiben. Sie führen laufend eine sogenannte Schattenrechnung, um sicherzustellen, dass der obligatorische Teil jederzeit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Steigt der Mindestzins, steigt automatisch auch die Untergrenze dieser Schattenrechnung. Das erhöht den finanziellen Druck auf die Kasse, unabhängig von ihrer sonstigen Verzinsungspolitik.

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Warum ist die Erhöhung des BVG-Mindestzinses 2027 umstritten?

Die Reaktionen der Verbände zeigen ein breites Meinungsspektrum. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV hält die Erhöhung für nicht sachgerecht und würde einen Satz von 1,0 % bevorzugen. Er kritisiert zudem, dass die seit 2018 verwendete Berechnungsformel zu stark auf kurzfristige Marktschwankungen reagiere.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband erachtet eine Erhöhung grundsätzlich als vertretbar, hätte sich aber kleinere Schritte gewünscht. Das würde dem begrenzten Spielraum BVG-naher Vorsorgeeinrichtungen sowie der Reform des Umwandlungssatzes Rechnung tragen.

Auf der anderen Seite begrüsst der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB die Empfehlung, sieht aber weiterhin grossen Nachholbedarf und fordert langfristig einen Mindestzins von 3 %. Auch Travail.Suisse begrüsst die Erhöhung und hätte sogar einen Satz von 2 % für möglich gehalten.

Zinsverlust bei der Pensionierung vermeiden

Ganz verhindern lässt sich der Effekt beim Stellenwechsel selten, bei der Pensionierung dagegen schon. 👉 Wer eine Pensionierung plant und den Zeitpunkt selbst mitbestimmen kann, sollte diese wenn möglich auf den 31. Dezember oder den 31. Januar legen. So ist man am entscheidenden Stichtag noch aktiv versichert und erhält die volle Jahresverzinsung der Kasse statt nur den BVG-Mindestzins 2027.

«Bei einer Pensionierung lohnt sich ein Blick auf den Jahreswechsel. Wer bis zum 31. Dezember versichert bleibt oder den Termin auf den 31. Januar legt, erhält noch die volle Jahresverzinsung der Pensionskasse statt nur den BVG-Mindestzins.»

Thomas Walke
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Zusammenfassung: BVG-Mindestzins 2027

Die BVG-Kommission empfiehlt dem Bundesrat, den BVG-Mindestzins 2027 um 0,5 Prozentpunkte auf 1,75 % anzuheben. Es wäre der grösste Erhöhungsschritt seit 2003 und der höchste Stand seit 2015. Der Entscheid fällt formal erst der Bundesrat im Herbst, in der Regel folgt er der Kommissionsempfehlung.

Besonders spürbar wird die Erhöhung für alle, die 2027 die Stelle wechseln oder sich vorzeitig pensionieren lassen. Weil die meisten Kassen nachschüssig verzinsen, erhalten sie für die Zeit bis zum Austritt ohnehin nur den gesetzlichen Mindestzins, der nun deutlich steigt. Auch Angestellte BVG-naher Kassen in Branchen mit tieferen Löhnen profitieren überdurchschnittlich, weil der Mindestzins bei ihnen weitgehend dem tatsächlichen Zins entspricht.

Für dich bleibt die Kernbotschaft trotzdem bestehen: Der gesetzliche Mindestzins wird 2027 aller Voraussicht nach so hoch ausfallen wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

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Häufige Fragen zum BVG-Mindestzins 2027

Ist der BVG-Mindestzins 2027 von 1,75 % bereits definitiv?

Nein, noch nicht. Die BVG-Kommission hat dem Bundesrat lediglich eine Empfehlung abgegeben. Der definitive Entscheid fällt der Bundesrat voraussichtlich im November 2026.

Was ist der Unterschied zwischen dem BVG-Mindestzins und der tatsächlichen PK-Verzinsung?

Der BVG-Mindestzins ist die gesetzliche Untergrenze für das Obligatorium. Viele Pensionskassen verzinsen die Altersguthaben ihrer Versicherten höher, abhängig von ihrer finanziellen Lage und Anlagestrategie.

Gilt der BVG-Mindestzins 2027 auch für den überobligatorischen Teil?

Nein. Der Mindestzins schreibt nur die Verzinsung des obligatorischen Teils vor. Für überobligatorische Guthaben legt jede Kasse den Zins selbst im Reglement fest.

Was ist der Mindestzins einer Pensionskasse?

Der Mindestzins einer Pensionskasse ist die gesetzliche Untergrenze, mit der das Guthaben im BVG-Obligatorium verzinst werden muss. Der Bundesrat legt ihn jährlich neu fest, meist basierend auf der Empfehlung der BVG-Kommission.

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Last update: 04.09.2026 22:33

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Ich bin Finanzcoach und Gründer von Smolio, der unabhängigen Plattform für Vorsorge- und Finanzthemen in der Schweiz. Hier zeige ich dir, wie das Schweizer 3-Säulen-System, die Säule 3a und deine Pensionskasse für dich konkret funktionieren, ohne dass ich dir dabei Finanzprodukte verkaufe.Meine Erfahrung stammt nicht nur aus der Theorie. Als Stiftungsrat und Vizepräsident der Anlagekommission bei comPlan, der Pensionskasse der Swisscom, sitze ich seit Jahren mittendrin in den Entscheidungen, die deine zweite Säule betreffen. Nebenbei doziere ich an der FHGR und an der HSLU/IFZ und habe zwei Bücher geschrieben, «Mehr Geld zum Leben» mit dem FISS-Budgetmodell sowie «Retire Early, The Simple Guide» zur finanziellen Unabhängigkeit.Seit über 30 Jahren bin ich selbst Privatanleger, mittlerweile in fast allen Anlageklassen und über zwei Vorsorgesysteme hinweg. Genau dieses Erfahrungswissen, kombiniert mit meiner Arbeit bei comPlan und meinem Doktortitel in Wirtschaftsinformatik, ist die Basis von allem, was du auf Smolio liest.Dabei ist mir eine klare Rolle wichtig. Ich bin Finanzcoach mit viel Praxiswissen und kein zertifizierter oder regulierter Berater. Du liest meine Meinung und meine fundierten Erfahrungen, triffst aber alle Entscheidungen in eigener Verantwortung.
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