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Kleinvieh macht auch Mist. Was ein kleiner Gebührenunterschied ausmacht

Lesedauer 2 Minuten

Beim Anlegen lassen sich manche von den Gebühren komplett abschrecken – die muss man ja erst mal wieder reinholen. Andere achten nicht darauf und zahlen dann die Rechnung. In der Tat macht ein kleiner Gebührenunterschied viel aus. Wir vergleichen aktive und passive Anlageprodukte miteinander und rechnen nach.

Reto ist 34 Jahre alt und hat einen Anlagehorizont bis zum Ruhestand von 31 Jahren. Sein langfristiger Anlagehorizont erlaubt ihm, seine Vorsorge in der 3. Säule mit Aktienfonds aufzubauen. Was macht der Gebührenunterschied zwischen aktiven und passiven Fonds in Franken eigentlich aus?

Dazu schaut sich Reto das zunächst bei zwei verschiedenen Vorsorgefonds an. Er vergleicht einen passiven und einen aktiven 3a Anlagefonds mit einer Aktienquote von je 75%. Weil die Produkte nicht nur in Aktien anlegen, reduziert er die Renditeerwartung auf 5%. Reto zahlt die jährliche Sparrate am Jahresanfang ein, denn er hat gelernt, dass er damit besser fährt. Leider muss Reto auch für das passive Vorsorgeprodukte eine Ausgabekommission von 2.5% bezahlen und rechnet diese darum auch mit ein.

Auswirkung unterschiedlicher Gebühren aktiver und passiver Produkte Vorsorge 3a
Beispiel 1 – Anlage in gebundener Vorsorge aktives 3a Produkt passives 3a Produkt
Anlagebetrag p.a. 6’768 Franken 6’768 Franken
Rendite p.a. 5.0% 5.0 %
Anlagekosten einmalig 2.5% 2.5%
Gebühren p.a. 1.83% 0.38%
Anlagezeitraum 31 Jahre 31 Jahre
3a-Vermögen mit 65 rund 350’300 Franken rund 456’600 Franken

Der Gebührenunterschied von 1.45% wirkt sich auf die lange Laufzeit ziemlich gross aus: mit dem günstigeren Produkt kommen rund 106’300 Franken oder 30% mehr raus. Reto reibt sich die Augen und überlegt sich, was das wohl für seinen Fonds im freien Vermögen bedeutet?

Reto hat vor einem Jahr auch für einen aktiven, globalen Anlagefonds mit hervorragender Bewertung von Morningstar gekauft, der seit über 10 Jahren am Markt ist. Für diesen werden seinem Fondsvermögen pro Jahr 1.8% Verwaltungskosten abgezogen. Das liegt im Mittelfeld der gängigen Verwaltungskosten von 1.5 bis 2.1% pro Jahr. Als Alternative schaut er sich nun einen ETF auf den MSCI World an, einen Benchmark-Index für weltweite Aktienanlagen. Diese weisen Verwaltungskosten von 0.15% bis 0.65% aus. Reto wählt für den Vergleich das günstigste Produkt. Da er nun zu 100% in Aktien investiert, rechnet er mit der durchschnittlichen jährlichen Rendite des MSCI World der letzten Jahrzehnte.  Für den ETF rechnet er nur die Kaufgebühr an der Börse ein, denn anders als beim Fonds muss er keine Ausgabekommission bezahlen.

Auswirkung unterschiedlicher Gebühren aktiver und passiver Produkte Vorsorge 3b
Beispiel 2 – Anlage in freier Vorsorge aktives Produkt passives Produkt
Anlagebetrag p.a. 6’768 Franken 6’768 Franken
Anlagekosten einmalig 5% Ausgabe-Kommission 25 Franken Kaufgebühr
Rendite p.a. 6.7% 6.7%
Gebühren p.a. 1.8% 0.15%
Anlagezeitraum 31 Jahre 31 Jahre
3a-Vermögen mit 65 rund 468’800 Franken rund 676’300 Franken

Die Gebührenunterschiede wirken sich hier noch massiver aus, weil beim ETF keine Ausgabekommission anfällt und der Gebührenunterschied in der jährlichen Verwaltungsgebühr mit 1.65% noch höher ist als bei den Vorsorgefonds. Mit dem passiven Produkt hat Reto 205’500 Franken mehr im Sack. Das ist fast doppelt so viel (44% mehr) als beim aktiven Produkt. Kleinvieh macht ordentlich viel Mist!

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Thomas verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise als Privatanleger in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Er gestaltet seit vielen Jahren einfache Kunden- und Serviceerlebnisse, bewegt Menschen und Organisationen und hat ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen von Menschen bei Finanzthemen gewonnen. Thomas bringt mit seinem Background als Doktor in Wirtschaftswissenschaften Themen einfach und pragmatisch auf den Punkt.
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