Säule 3a anlegen

Fehler in der Säule 3a: was du besser machen kannst

Fehler Säule 3a
Lesedauer 5 Minuten

Herr und Frau Schweizer stecken viel Geld in die Säule 3a. Dennoch machen sie beim Anlegen in die Säule häufig unnötige Fehler und verschenken Geld. Wir bringen die Fakten. Und zeigen welche Fehler in der Säule 3a du einfach vermeiden kannst. Denn wir finden: Besser andere machen die Fehler und du lernst daraus.

Fehler #1: Mit einzahlen zu spät anfangen

Raiffeisen hat mit dem Vorsorgebarometer 2019 Fakten zur dritten Säule in der Schweiz erhoben. Fast jeder Zweite der Jungen (44%, Altersgruppe 18-30 Jahre) hat keine Säule 3a. Hingegen haben 4 von 5 der Älteren eine Säule 3a (80%, AltersgrupPe 51-65 Jahre). Blöd nur, dass so jedem Zweiten viele Jahre fehlen, in denen der Zinseszinseffekt ihr Vermögen nicht boosted. Und dieser Effekt ist massiv. Schau dir das vielleicht am Beispiel von Philipp (25) und Daniel (45) an. Sie fangen beide gleichzeitig an zu sparen und zahlen gleich viel ein. Philipp hat am Ende dreimal mehr Vermögen als Daniel. Und überdies ist Philipp bereits 5 Jahre vor dem aktuellen Renteneintrittsalter Vermögensmillionär. Von seinem Vermögen hat er aber nur knapp ein Viertel eingezahlt. Die übrigen drei Viertel sind Zinseszinsen. Auch wenn’s vielleicht schwer fällt, vermeide den Fehler in der Säule 3a irgendwann später einmal anzufangen. Now is good. NOW.

Fehler #2: Maximalbetrag nicht ausschöpfen 

Aus dem Vorsorgebarometer lernen wir auch, dass wie schon im „>Vorjahr ein Viertel von denen, die einzahlen, wenig oder fast nichts einzahlen. 

Der durchschnittliche Anlagebetrag 2018 liegt gemäss Verein Vorsorge Schweiz bei 3’400 Franken. Herr und Frau Schweizer schöpfen häufig den Maximalbetrag Säule 3a nicht aus. Was sind mögliche Gründe dafür? „Hab’s vergessen“ gilt für dich nicht. Das kannst du mit einem monatlichen Dauerauftrag zum Monatsanfang lösen. Du lebst lieber heute als morgen? Dann hilft dir vielleicht das hierTeilzeit und wenig Geld? Fair Point. Aber überleg’s dir, denn auch für dich wird dir ein guter Teil der Einzahlung durch Steuerersparnis bezahlt. 

Fehler #3: Nicht am Jahresanfang einzahlen

Auf den letzten Drücker am Jahresende noch schnell die Säule 3a einzahlen? Gut hast du das noch untergebracht, tschakka! Aber es geht noch besser. Mit einem kleinen Tweak für deine Gewohnheiten kommt’s noch besser. Reto zahlt nämlich seine Säule 3a jeweils am Jahresanfang statt am Jahresende ein. Weil er das regelmässig macht, hat er am Ende rund 15% mehr in der Kasse. Für die weniger geübten Prozentrechner unter uns: ein Siebtel mehr. Schöne Grüsse vom Zinseszins.

Fehler #4: Sparen und versichern nicht trennen

Das Vorsorgebarometer zeigt auch, dass jeder Zweite (51%, 2018) sein Säule 3a Geld in eine Versicherungspolice gesteckt hat. Oops. Ein Grundsatz in der Finanzplanung heisst, Versicherungen und Sparen voneinander zu trennen. Das bedeutet konkret in der Säule 3a, sich sehr gut zu überlegen, ob man wirklich eine Lebensversicherungen oder Versicherung für die Prämienzahlung braucht. Denn Vermittler erzielen ihr Einkommen teilweise zu 100% aus Abschlussprovisionen. Die bekommen sie zum fetten Händedruck von der Versicherung, bei der du deine 3a-Versicherungspolice abschliesst. Logisch verrechnet die Versicherung die Provision zunächst mal mit deinen Einzahlungen. Darum ist der sogenannte Rückkaufwert („wie viel Geld bekomme ich bei Auflösung der Versicherung zurück?“) in den ersten 2-3 Jahren meist Null Komma Nix. Mal davon abgesehen verzinst sich dein Anfangskapital nicht. Und wenn du dich entscheidest, die Versicherung vorzeitig zu beenden, ist ein Teil deines eingezahlten Kapitals weg. Abschlussprovision halt…  

Fehler #5: Auf Konto setzen statt Wertschriften

Mehr als zwei Drittel des Säule 3a Vermögens liegt auf sehr niedrig verzinsten Sparkonten. Offenbar setzten die meisten auf Sicherheit statt Mehrertrag. Und? Nun ja, die Entscheidung für “Sicherheit” führt wegen der Inflation zu einem realen Kaufkraftverlust. Dies ist schade und eigentlich “verschenktes Geld”, denn der lange Anlagehorizont wäre optimal um die substanziell höheren Ertragschancen einer Anlage in Wertschriften auszunutzen. Vielleicht willst du diesen Fehler in der Säule 3a vermeiden? Schauen wir uns die finanziellen Folgen am Beispiel der drei Freunde Sandra, Corinne und Alex an. Alex hat mit seiner Wertschriftenlösung in den letzten 10 Jahren seit 2009 knapp 20% mehr Vermögen in der Säule 3a aufgebaut als Corinne, die aufs Säule 3a Konto gesetzt hat. Und Alex hat 70% mehr als Sandra, die statt Säule 3a mit einem Sparbuch unterwegs war. Als Faustregel kannst du dir also merken: mit Wertschriften in der Säule 3a liegt deutlich mehr drin, aber dafür hast du ein grösseres Wertschwankungsrisiko. Einen Anlagehorizont von 7-10 Jahren solltest du dafür mitbringen. 

Wertschriftendurchdringung Säule 3a nach Altersgruppe
Fehler in der Säule 3a

Quelle: Smolio-Grafik / Verein Vorsorge Schweiz, Mai 2019

Fehler #6: Rendite auf Sparkonto nicht optimieren

In den letzten Jahren sind die Zinssätze auf dem Säule 3a Sparkonto immer weiter gesunken. Die Durchschnittsrendite liegt bzw. lag 2019 bei knapp 0.2%, im 5 Jahreszeitraum 2015- 2019 noch bei 0.5%, im 5 Jahreszeitraum 2010-2014 immerhin noch bei 1.7%. Wenn das Säule 3a Konto dein Partner der Wahl ist, lohnt sich für dich vielleicht aber doch ein Blick auf die aktuelle Zinstabelle. Denn der Durchschnitt ist halt Durchschnitt. Mach nicht den Fehler in der Säule 3a die Rendite nicht zu optimieren. Denn die Streuung liegt zwischen 0.0% (“nix”) und verschiedenen Anbietern mit 0.4%. Dein Säule 3a Konto dorthin zu wechseln ist einfach. Achte dabei aber darauf, dass du allfälliger Kündigungsfristen einhälst um unnötige Gebühren zu vermeiden.

Fehler #7: Alles auf einem Säule 3a Konto sparen

In die Säule 3a kannst du bis zum Maximalbetrag steuerfrei einzahlen. Wenn du es dann später beziehst, musst du das Vermögen versteuern. Dafür gilt ein stark reduzierter Steuersatz. Deshalb ist es sinnvoll, die dritte Säule verteilt über mehrere Jahre gestaffelt zu beziehen. Denn so brichst du die Steuerprogression beim Bezug. So weit so gut. Und? Ein gestaffelter Bezug geht nur, wenn du dann mehrere Konten hast. Denn ein Säule 3a Konto kannst du immer nur vollständig auflösen. Und ein Konto nachträglich auf zwei Konten splitten geht nicht. Den Fehler in der Säule 3a nur ein Konto zu führen lässt du andere machen. Übrigens, mit Konto meinen wir sowohl Säule 3a Sparkonto als auch Säule 3a Wertschriftenlösung (und auch die Säule 3 Versicherungspolice, falls du so eine hast). Du kannst sowohl mehrere Säule 3a Wertschriften wie auch Säule 3a Konten gleichzeitig und bei verschiedenen Banken oder Finanzdienstleistern haben. 

Fehler #8: Bei Wertschriften auf aktive Fonds statt passive Fonds setzen

Im letzten Jahrzehnt hat sich in der Vermögensverwaltungen viel geändert. Passive Anlageprodukte, sogenannte Index-Fonds und ETF kamen auf den Markt, die viel günstigere Kosten aufweisen als aktive Anlageprodukte. Passive Produkte gibt’s seit einigen Jahren auch vermehrt in der Vorsorge. Bei einer Säule 3a mit Wertschriften läppert sich der Kostenunterschied über den langen Zeitraum ziemlich. Im Fall von Reto kamen dabei mit dem passiven Produkt am Ende rund 30% mehr Vermögen raus. Vermeiden den Fehler in der Säule 3a nicht auf die Produktkosten zu achten.

Fazit: die Top 8 Fehler in der Säule 3a kannst du einfach vermeiden

Zusammenfassend kannst du häufige Fehler bei der Anlage in der Säule 3a recht einfach vermeiden. Früh anfangen, jedes Jahr am Jahresanfang den Maximalbetrag einzahlen, dabei -wenn es der Anlagezeitraum zulässt- auf Wertschriften mit passiven Produkten setzen und rechtzeitig auf mehrere Konten aufteilen. That’s it. Dann holst du das Maximum für dich raus. No magic, oder?

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Thomas verfügt über mehr als 30 Jahre Expertise als Privatanleger in fast allen Anlageklassen und zwei Vorsorgesystemen. Er gestaltet seit vielen Jahren einfache Kunden- und Serviceerlebnisse, bewegt Menschen und Organisationen und hat ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen von Menschen bei Finanzthemen gewonnen. Thomas bringt mit seinem Background als Doktor in Wirtschaftswissenschaften Themen einfach und pragmatisch auf den Punkt.
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