Für die Pensionskasse gilt: «Je mehr du einzahlst, desto mehr bekommst du heraus.» Zwar wählt dein Arbeitgeber die Pensionskasse. Doch du hast bei vielen Pensionskassen die Wahl: Du kannst freiwillig eine höhere Sparvariante wählen, einen Pensionskasseneinkauf oder einen Vorbezug machen. Entdecke, welche Überlegungen sich dabei lohnen.
In der 2. Säule, der beruflichen Vorsorge (BVG) werden die von dir und deinem Arbeitgeber eingezahlten Beiträge von einer Vorsorgeeinrichtung angelegt und verzinst. So wächst dein Altersguthaben, das du schliesslich einmalig beziehen oder in eine lebenslange Rente umwandeln kannst. Wenn du einen Pensionskasseneinkauf machst, wächst dein Altersguthaben um diesen Betrag.
Was passiert eigentlich mit meinem Geld in der Pensionskasse?
Eine Pensionskasse muss sicherstellen, dass sie jederzeit diese Leistungsverpflichtungen erfüllen kann. Darum legen Pensionskassen dein Guthaben nach wie vor hauptsächlich in Obligationen und Immobilien an, deren Wert weniger stark schwankt als der Wert von Aktien.
Weil das Zinsniveau seit vielen Jahren sinkt, schichten Pensionskassen zunehmend in Anlagen um, die eine höhere zu erwartende Rendite erzielen und daher eine entsprechend grössere Schwankungsbreite aufweisen. Sie legen mehr in Aktien an. Aktien bilden mittlerweile die grösste Anlageklasse. Gemäss Pensionskassenstatistik des Bundesamts für Statistik waren Ende 2023 rund 30 % der Anlagen bei den Pensionskassen in Aktien (Schweiz, Ausland) investiert. An zweiter Stelle stehen Obligationen (Schweiz, Ausland) mit rund 27 %, an dritter Stelle stehen Immobilien mit rund 23 %. Als sichere Realwertanlage steigt im Niedrigzinsumfeld ihre Attraktivität. Daneben fällt auf, dass Pensionskassen mehr in alternative Anlagen investieren (rund 8 % der Anlagen) und weniger flüssige Mittel (Cash, Liquidität) und kurzfristige Anlagen halten.
Grundsätzlich wirtschaften die Pensionskassen noch relativ gut, sie geraten aber aufgrund steigender Lebenserwartung und niedriger Zinsen unter Druck und müssen daher handeln. Die Absenkung des überhöhten Umwandlungssatzes im Obligatorium von 6.8 % an der Urne ist mehrfach gescheitert, zuletzt im BVG-Reform-Referendum 2024. Da dieses Thema für die nächsten Jahre «vom Tisch» ist, könnten die umhüllenden Umwandlungssätze in den nächsten Jahren sinken.
Lohnt sich eine höhere Sparvariante für die Pensionskasse?
Bei zahlreichen Pensionskassen gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Leistungen, die über das vorgeschriebene Minimum (sog. Obligatorium) hinausgehen. Sie nehmen etwa keinen Koordinationsabzug vom versicherten Lohn vor. Das bedeutet, dass sie – und du – auf dein Einkommen vom ersten Franken an Sparbeiträge an die Pensionskasse entrichten. Eine weitere überobligatorische Leistung besteht darin, Einkommen über die Obergrenze des BVG hinaus zu versichern. Beides führt zu in der Summe höheren Sparbeiträgen, deshalb zu einem höheren Altersguthaben und somit zu einer höheren Rente.
Viele Arbeitgeber bieten ihren Versicherten zudem an, dass sie freiwillig höhere Sparbeiträge als das gesetzliche Minimum leisten können. Das nennt sich dann «höhere Sparvariante» oder «Wahlplan». Das kannst du dir wie einen regelmässigen Pensionskasseneinkauf «auf Raten» vorstellen. Wenn du eine höhere Sparvariante wählst, dann zahlst du jeden Monat freiwillig etwas mehr Sparbeitrag als vorgeschrieben. Diese Sparbeiträge werden deinem Altersguthaben gutgeschrieben und reduzieren dein zu versteuerndes Einkommen. Sie werden mit dem übrigen Altersguthaben verzinst.
Deshalb musst du dir also überlegen, ob du dein Geld anderswo gewinnbringender anlegen kannst oder es ohnehin «nur» auf dem Privatkonto oder Sparkonto ansammeln würdest. Sparst zu beispielsweise auf eine Immobilie? Dann kannst du einige Jahre steuerbegünstigt freiwillig eine höhere Sparvariante nutzen und später für den Immobilienkauf einen Vorbezug machen. Anders als ein Pensionskasseneinkauf fallen Sparbeiträge aus einer höheren Sparvariante nicht unter die 3-jährige Sperrfrist für einen Kapitalbezug.

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Was ist ein Pensionskasseneinkauf?
Ähnlich zu regelmässigen, freiwilligen höheren Sparbeiträgen kannst du einen einmaligen Pensionskasseneinkauf prüfen. Einen solchen Einkauf in die Pensionskasse kannst du mit einer Einzahlung in die Säule 3a vergleichen, nur dass du das Geld nicht einer Vorsorgestiftung für die Säule 3a überweist, sondern deiner Pensionskasse.
Ob du ein Einkaufspotential hast? Das sagt dir dein Vorsorgeausweis. Dieser enthält eine Zeile «Einkaufspotential». Sonst kann dir deine Pensionskasse sagen, ob und wie hoch dein Einkaufspotential ist. Das Einkaufspotential entspricht deiner Beitragslücke in der beruflichen Vorsorge. Dabei wird geprüft, «wie hoch müsste dein Altersguthaben aktuell sein, wenn du von Anfang an immer so viel verdient hättest wie jetzt?» Darum kann sich das Einkaufspotential im Zeitablauf verändern, beispielsweise wenn du deinen Beschäftigungsgrad erhöhst, eine höhere Sparvariante wählst, oder zu einem Arbeitgeber mit einer Pensionskasse wechselst, die auch überobligatorische Leistungen auf deinen Lohn versichert.
Lohnt sich ein Pensionskasseneinkauf?
Mit einem Einkauf in die Pensionskasse kannst du unterschiedliche Ziele verfolgen, etwa
Egal, welches Ziel für dich im Vordergrund steht: Einen Einkaufsbetrag darfst du immer zu 100 Prozent von der Einkommensteuer abziehen. Das macht besonders in Jahren mit höherem Einkommen Sinn, z. B., wenn du durch einen Bonus in eine höhere Steuerklasse fallen würdest.
Ähnlich wie bei der Wahl einer höheren Sparvariante musst du prüfen, ob sich die Verzinsung des Kapitals in der Pensionskasse lohnt oder ob du deinen Bonus besser anderswo anlegst und so mit einer höheren Alternativ-Rendite den Steuervorteil wettmachst. Ausserdem solltest du dir einen Überblick über die Finanzsituation deiner Pensionskasse verschaffen: Ist sie in einer Unterdeckung, erzielt sie tiefe Anlagerenditen oder hat sie ein ungünstiges Verhältnis von Rentnern und Aktiven? Das sind Anzeichen, die gegen einen Einkauf sprechen.
Tendenziell ist die Rendite eines Einkaufs umso höher, je kürzer er vor der Pensionierung erfolgt. Darum heisst die Faustregel: Einen Einkauf in die Pensionskasse solltest du erstmals etwa 10 Jahre vor der Pensionierung prüfen. Dann ist in der Regel das Einkommen höher als in jungen Jahren und der zeitliche Horizont bis zur Pensionierung kürzer: Die eingesparten Steuern sorgen für eine hohe Rendite im verbleibenden Anlagezeitraum bis zur Pension. Achte jedoch unbedingt darauf, dass der Einkauf spätestens 3 Jahre vor deiner Pensionierung erfolgt. Sonst erkennen die Steuerbehörden den Abzug nicht mehr an und fordern die beim Einkauf in die Pensionskasse gesparten Steuern zurück, falls du das Altersguthaben oder Teile davon als Kapital beziehst.

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Wie gross ist der Steuervorteil eines Pensionskasseneinkaufs?
Schauen wir uns das am Beispiel von Kurt (59) aus Bern an. Kurt ist alleinstehend, reformiert und hat keine Kinder. Er muss 90’000 Franken versteuern und hat ein Vermögen von 300’000 Franken angespart. Er überlegt sich, mit einem Betrag von 25’000 Franken in seine Pensionskasse einzukaufen. Welchen Steuervorteil bringt dies für ihn?
Nun, zunächst sinkt im Jahr der Einzahlung das von Kurt zu versteuernde Einkommen von 90’000 Franken auf 65’000 Franken. Seine Steuerlast sinkt um 5’400 Franken (statt 15’000 Franken noch 9’600 Franken). Wenn er dann mit 65 ordentlich in Rente geht und sein Kapital wie geplant bezieht, erhöht sich aber die Kapitalsteuer um 2’600 Franken. Schliesslich bleibt ihm also rein steuerlich ein Gewinn von 2’800 Franken. Ein lohnenswertes Geschäft.
Wie die Situation in deinem Fall aussieht, kannst du mit wenigen Klicks selbst ermitteln. Nutze dazu einfach den Steuerrechner der Eidgenössischen Finanzverwaltung.
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Lohnt sich ein Pensionskassenvorbezug?
In definierten Fällen kannst du dein Pensionskassenguthaben auch zweckgebunden auszahlen lassen. Diese Fälle sind im Gesetz über die berufliche Vorsorge beschrieben. Kurz gesagt: Du finanzierst eine selbst genutzte Immobilie, renovierst sie, gründest ein Einzelunternehmen oder ziehst dauerhaft ins Ausland. Je nach Deckungsgrad, Kapitalverzinsung und Umwandlungssatz kann ein Vorbezug attraktiv sein. Bei einer Auszahlung werden kantonal unterschiedlich hohe Kapitalsteuern fällig, die sich in der Regel auf 5 % -10 % belaufen. Im Vergleich zur «eingesparten» Einkommensteuer ist das ein wirklich gutes Geschäft. Auch dazu kannst du den Steuerrechner der Eidgenössischen Finanzverwaltung nutzen.

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Disclaimer
Wir haben für die Erstellung der Inhalte dieses Artikels grosse Sorgfalt angewendet. Fehler können wir trotzdem nicht ausschliessen und können keine Gewähr für inhaltliche Korrektheit, Aktualität des Inhalts und Vollständigkeit bieten. Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Wir bieten keine Anlage- oder Steuerberatung an und empfehlen Steuerfragen in jedem Fall mit einem Steuerexperten und/oder der zuständigen kantonalen Steuerverwaltung abzuklären. Jegliche Haftung wird abgelehnt.
40 Fragen zum Pensionskassen-Einkauf
Wie prüfe ich mein Einkaufspotential?
Dein Einkaufspotential findest du auf deinem Pensionskassenausweis in einer eigenen Zeile – das ist die Obergrenze, die du einzahlen darfst. Lasse dir von deiner Pensionskasse das genaue Einkaufspotential berechnen, falls die Angabe unklar ist.
Wann darf ich in meine Pensionskasse einzahlen?
Du darfst freiwillige Einkäufe tätigen, solange du erwerbstätig und bei einer Pensionskasse versichert bist. Die genauen Bedingungen hängen von deinem Pensionskassenreglement ab.
Kann ich mehrmals in meine Pensionskasse einzahlen?
Ja, du kannst mehrere Einkäufe tätigen, solange du dein Einkaufspotential nicht überschreitest. Viele Finanzplaner empfehlen, Einkäufe über mehrere Jahre zu staffeln, um den Steuervorteil zu optimieren.
Gibt es eine Obergrenze für Einkäufe?
Ja, die Obergrenze ist dein persönliches Einkaufspotential, das die Pensionskasse berechnet. Dieses hängt von deinem Alter, Verdienst und bisherigen Einzahlungen ab. Ansonsten gibt es anders als in der Säule 3a keine jährliche Obergrenze. Ausnahme: du bist frisch aus dem Ausland zugezogen.
Was ist die Dreijahresfrist beim Pensionskassen-Einkauf?
Die Dreijahresfrist ist eine gesetzlich festgelegte Sperrfrist: Wenn du dein Geld als Kapital beziehen möchtest, darfst du einen getätigten Einkauf frühestens nach drei Jahren beziehen – taggenau. Verstösse gegen diese Frist führen zum Verlust des Steuervorteils.
Gilt die Sperrfrist auch beim Jobwechsel?
Ja, die Dreijahresfrist gilt auch bei einem Transfer deines Altersguthabens auf ein Freizügigkeitskonto oder zu einem neuen Arbeitgeber beim Jobwechsel. Wenn du nicht die volle Frist einhältst, verlierst du den Steuervorteil deines Einkaufs.
Kann ich nach einer Scheidung eingekauftes Kapital beziehen?
Ja, nach einer Scheidung gibt es eine Ausnahme: Einkäufe zur Schliessung von Vorsorgelücken unterliegen nicht der Dreijahresfrist, du darfst das Kapital auch vor Ablauf der Dreijahresfrist beziehen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Einkauf?
Der beste Zeitpunkt ist, wenn du ein hohes steuerbares Einkommen hast (etwa nach Bonus oder Beförderung), mindestens noch 3 Jahre bis zum Kapitalbezug vergehen und du schon eine «fünf auf dem Rücken» hast. Denn nach dem 50. Lebensjahr wird der Steuerspareffekt zum entscheidenden Faktor.
Wie berechne ich, ob sich mein Einkauf lohnt?
Teile den Einkaufsbetrag durch die jährliche Rentenerhöhung gemäss Einkaufsberechnung. Das Ergebnis zeigt näherungsweise, wie viele Jahre du brauchst, bis sich dein Einkauf amortisiert. Vergleiche diese Amortisationsdauer mit deiner realistischen Lebenserwartung.
Was ist eine Einkaufsberechnung?
Eine Einkaufsberechnung zeigt dir konkret in Franken, um wie viel sich deine monatliche Altersrente erhöht, wenn du einen bestimmten Betrag einzahlst. Das ist eine Pflicht-Information, die du von deiner Pensionskasse auf Anfrage bekommst.
Wie lange dauert es, bis sich ein Einkauf amortisiert?
Das hängt vom eingezahlten Betrag und der Rentenerhöhung durch den Einkauf ab. Beispiel: Bei 20’000 Franken Einkauf und 520 Franken Rentenerhöhung pro Jahr brauchst du ca. 38.5 Jahre.
Welche Rendite bringt ein Pensionskassen-Einkauf wirklich?
Die tatsächliche Rendite ist oft niedriger als erwartet, weil Einkäufe auf dem überobligatorischen Teil verbucht werden. Dafür können niedrigere Zinsen und Umwandlungssätze gelten. Deshalb ist eine Einkaufsberechnung entscheidend.
Wie viel Steuern spare ich durch einen Einkauf?
Die Steuerersparnis hängt von deinem Grenzsteuersatz ab: Bei 30 Prozent Grenzsteuersatz sparst du auf 50’000 Franken etwa 15’000 Franken Steuern. Nutze den Steuerrechner der eidgenössischen Steuerverwaltung, um die exakte Ersparnis zu ermitteln.
Sollte ich meinen Einkauf staffeln?
Ja, eine Staffelung über mehrere Jahre ist oft sinnvoll: Wenn du 100’000 Franken über 4 Jahre einzahlst, sparst du aufgrund der progressiven Besteuerung möglicherweise mehr, als wenn du alles auf einmal einzahlst.
Ist ein Einkauf mit 50 Jahren noch sinnvoll?
Ja, ab 50 Jahren wird ein Einkauf oft sogar sinnvoller, weil der Steuerspareffekt zum entscheidenden Faktor wird (weniger Zeit zum Vermehren des Geldes, aber höherer Steuernutzen). Unter 50 Jahren ist die Steuerabzugsrendite oft weniger attraktiv.
Was ist der Deckungsgrad und warum ist er wichtig?
Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen dem Vermögen der Pensionskasse und ihren Verpflichtungen: Bei unter 100 Prozent hat die Kasse nicht genug Reserven. Du solltest nur einzahlen, wenn der Deckungsgrad über 100 Prozent liegt.
Wie prüfe ich die finanzielle Gesundheit meiner Pensionskasse?
Schau auf fünf Kennzahlen: Deckungsgrad, Verhältnis Pensionierte/Aktive, technischer Zins, Umwandlungssatz und Zinsgutschriften. Diese findest du im Pensionskassenausweis oder im Jahresbericht.
Was passiert, wenn meine Pensionskasse unterdeckt ist?
Die Pensionskasse muss sich sanieren, etwa durch Beitragserhöhungen, Leistungskürzungen oder Verzinsungen unterhalb des BVG-Mindestzinses. Das betrifft auch deinen Einkauf. Die Pensionskasse könnte auch entscheiden, Kapitalbezüge einzuschränken.
Welche Zinsen zahlt meine Pensionskasse auf Einkäufe?
Einkäufe werden auf dem überobligatorischen Teil verbucht, für den es keinen gesetzlichen Mindestzins gibt. Die Pensionskasse legt den Zins jährlich nach eigenem Ermessen fest. Für einen Einkauf im laufenden Jahr gilt in der Regel rückwirkend die Verzinsung, die der Stiftungsrat am Ende des Jahre als Zins für die Guthaben der aktiv Versicherten festlegt.
Ist ein Pensionskasseneinkauf nach einer Scheidung sinnvoll?
Ja, oft ist das sehr sinnvoll. Nach einer Scheidung entsteht eine Vorsorgelücke durch Versorgungsausgleich. Einkäufe zur Lückenschliessung unterliegen nicht der Dreijahresfrist – das ist ein Vorteil.
Kann ich einen Pensionskasseneinkauf für eine Frühpensionierung nutzen?
Ja, zusätzliche Einkäufe können deine Frühpensionierung finanzieren – aber nur, wenn deine Pensionierung im geplanten Alter erfolgt. Abweichungen führen zu Leistungskürzungen.
Was passiert mit meinem Pensionskasseneinkauf im Todesfall?
Bei einigen Pensionskassen verfällt der Einkaufsbetrag bei unverheirateten Personen zugunsten der Kasse. Deine Familie erhält zwar eine Hinterbliebenenrente, aber oft wird dein Einkauf nicht eingerechnet. Kläre das unbedingt vorher mit deiner Kasse!
Haben verheiratete Paare andere Möglichkeiten beim Pensionskasseneinkauf?
Ja, verheiratete Paare sollten beide Pensionskassen vergleichen und bei derjenigen mit den besseren Finanzkennzahlen einzahlen. Bei Hinterbliebenenleistungen gilt: Je jünger der Partner, desto länger die Rentenbezugszeit – das kann eine Einkaufsstrategie beeinflussen. So kann es sinnvoll sein bei der Kasse des älteren Partners einzuzahlen.
Soll ich in die Pensionskasse oder in die Säule 3a einzahlen?
Das hängt von deiner Situation ab. Das EInkaufspotential in der Pensionskasse liegt meistens über dem Maximalbetrag der 3a, weshalb die Steuersparwirkung absolut gesehen höher sein kann. Aber du bist weniger flexibel und trägst die Risiken des Kollektivs. Die Säule 3a ist flexibler, aber der Abzug ist begrenzt. Kläre deine Situation mit einem Experten.
Ist ein Pensionskasseneinkauf besser als andere Sparformen?
Ein Einkauf hat einen unmittelbaren Steuervorteil, den andere Sparformen nicht bieten. Aber die Rendite auf dem Einkaufsbetrag ist oft niedriger als erwartet. Vergleiche daher konkrete Alternativen mit deiner Einkaufsberechnung.
Wann lohnt sich ein Pensionskassen-Einkauf nicht?
Ein Einkauf lohnt sich nicht, wenn der Deckungsgrad unter 100 Prozent liegt, die Amortisationsdauer länger als deine Lebenserwartung ist, oder du das Geld in den nächsten 3 Jahren brauchst.
Wie stelle ich einen Einkaufsantrag?
Kontaktiere deine Pensionskasse und teile mit, dass du einzahlen möchtest. Die Kasse stellt dir ein Formular und einen Überweisungsschein bereit und fordert ggf. weitere Zusicherungen, etwa vom Ehepartner oder dass du keine weiteren Freizügigkeitsguthaben mehr hast.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Pensionskasseneinkauf?
In der Regel: Pensionskassenausweis, Personalausweis und Kontoangaben. Manche Kassen wollen auch eine Einkaufsberechnung bestätigt haben. Frage deine Pensionskasse, welche Unterlagen sie konkret braucht.
Brauche ich einen Steuerberater für einen Einkauf?
Für einfache Einkäufe nicht unbedingt – aber ein Finanzplaner hilft dir bei Optimierung (Staffelung, optimaler Zeitpunkt), besonders wenn du hohe Einkommen oder komplexe Situationen hast.
Wie lange dauert ein Pensionskassen-Einkauf?
Der Prozess dauert meist wenige Wochen. Antrag einreichen, Einkaufsberechnung erhalten, Entscheidung treffen, Zahlung durchführen. Manche Kassen sind schneller, manche langsamer.
Welche Risiken birgt ein Pensionskassen-Einkauf?
Die Hauptrisiken sind schlechte Rentabilität (wegen überobligatorischem Zins/Umwandlungssatz), Sperrfrist (3 Jahre Kapitalverzicht), Kassen-Sanierungen und Leistungsausfälle im Todesfall. Deshalb: Checkliste vor Einkauf durchgehen!
Was sind typische Fehler beim Einkauf in die Pensionskasse?
Typische Fehler: Dreijahresfrist unterschätzen, Einkauf ohne Berechnung tätigen, Pensionskasse nicht prüfen, zu früh einzahlen (vor 50), falsche Strategie bei verheirateten Paaren, Todesfall-Risiken ignorieren.
Kann ich einen Einkauf in die Pensionskasse rückgängig machen?
Nein, Einkäufe sind nicht rückgängig zu machen. Das Geld ist gebunden (mindestens 3 Jahre) und wird nach PK-Reglement verwaltet. Deshalb ist eine genaue Prüfung vorher entscheidend!
Woran erkenne ich eine problematische Pensionskasse?
Warnsignale sind ein Deckungsgrad unter 100 Prozent, sinkende Zinsgutschriften, schlechtes Verhältnis Pensionierte/Aktive (über 3:1), hoher technischer Zins (über 2 Prozent), sinkender Umwandlungssatz. Bei mehreren Signalen: Vorsicht!
Erhöht ein Einkauf meine Altersrente?
Theoretisch ja – aber oft weniger als erhofft, weil der umhüllende Umwandlungssatz unter dem gesetzlichen liegt. Wie stark deine Altersrente steigt, das zeigt konkret die Einkaufsberechnung.
Kann ich meinen Einkauf als Kapital beziehen?
Ja, aber nur nach Einhaltung der Dreijahresfrist. Bei der Pensionierung darfst du mindestens 25 Prozent des BVG-Guthabens als Kapital beziehen. Viele Pensionskassen ermöglichen heute auch bis zu einen 100-prozentigen Bezug deines Altersvermögens.
Was ist der Umwandlungssatz?
Der Umwandlungssatz wandelt dein Altersguthaben in eine jährliche Rente um: Bei 5 Prozent Umwandlungssatz erhältst du 5 Prozent des Altersguthabens pro Jahr als Rente. Beispiel: pro 100’000 Franken Altersguthaben bekommst du jährlich lebenslang 5’000 Franken jährliche Rente.
Soll ich Rente oder Kapital beziehen?
Das hängt entscheidend von deiner Situation ab. Die Rente bietet Sicherheit und lebenslange Verlässlichkeit eines Einkommens. Ein Kapitalbezug bietet Flexibilität und kann Restvermögen kann vererbt werden. Lass dich zu beiden Varianten beraten.
Last update: 20.12.2025 15:28

